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Restabfall passt in ein Marmeladenglas

Müll-Minimalisten Restabfall passt in ein Marmeladenglas

Nur einmal eingekauft – und schon hat sich ein Berg Verpackungsmüll angesammelt. Rund 18 Millionen Tonnen kommen bundesweit pro Jahr zusammen. Tendenz steigend. Muss das sein?, fragen sich immer mehr Menschen. Und einige, wie die Eckernförderin Karen Dohm, werden aktiv.

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Karen Dohm hat ihren Abfall auf ein Minimum reduziert. Ins kleine Glas passt der Restmüll von vier Wochen.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Ihren Hausmüll hat sie auf ein Minimum reduziert. Der Restabfall von vier Wochen passt in ein Marmeladenglas. Auch für sie gab es eine Zeit, in der schon die Mülltrennung allein beruhigte. Damit schien in Sachen Abfall alles getan. Doch das sollte sich ändern: Ein Schlüsselerlebnis war für Karen Dohm vor einem Jahr die Lektüre des Buches "Zero Waste Home" (Glücklich leben ohne Müll) von Bea Johnson. „Dass eine vierköpfige Familie ihren Müll so drastisch reduzieren kann, hat mich inspiriert“, sagt die 43-Jährige. So ging sie ihren eigenen Haushalt durch und stieß bei vielen Lebensmitteln von Grieß bis Nudeln auf Plastikverpackungen.

Karen Dohm begann, ihren Alltag umzustellen. „Ich achtete darauf, mir keinen neuen Müll ins Haus zu holen“, sagt sie. Das bedurfte allerdings einer Änderung der Einkaufsgewohnheiten und einer gewissen Planung. Brot und Brötchen beispielsweise kommen inzwischen in einen Brotbeutel aus Leinen, den die Eckernförderin aus einem Geschirrhandtuch genäht hat. So werden Unmengen an Papiertüten eingespart. Für Käse, den sie lose kauft, ist immer eine wiederverwendbare Plastikbox dabei. Und Quark kommt in ein verschließbares Glas. Alles, was sich in Eckernförde nicht lose besorgen lässt, kauft Karen Dohm beim Unverpackt-Laden in Kiel.

Stammtisch für Minimalisten gegründet

Die 43-Jährige ist mit ihrem Weg der Abfall-Reduzierung, der Schonung von Ressourcen und Umwelt in einer auf Konsum ausgerichteten Gesellschaft nicht allein. Als sie vor wenigen Monaten gemeinsam mit einer Mitstreiterin, Anja Rolf, zum ersten Minimalisten-Stammtisch einlud, kamen gleich 30 Interessierte. Beim zweiten Treffen waren es bereits 37 Teilnehmer. Minimalisten sind Menschen, die sich Gedanken darüber machen, was sie wirklich zum Leben brauchen, und das ist oft weniger als man denkt. „Manchmal habe ich das Gefühl, man muss mehr Energie hineinstecken, um Dinge loszuwerden, als sie zu bekommen“, sagt Karen Dohm.

In Eckernförde plant die Heilpraktikerin und Einzelhandelskauffrau jetzt gemeinsam mit Anja Rolf einen Unverpackt-Laden. Der Businessplan steht, nur die Räumlichkeiten sind noch nicht gefunden. 2014 wurde in Kiel der bundesweit erste Unverpackt-Laden eröffnet. Wenig später folgte Berlin. Derzeit gibt es in Deutschland rund 40 dieser Läden, in denen der Kunde lose Waren ohne Verpackung erwerben kann.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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