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Mit 6,5 PS auf Kurs

Kart-Training in Eckernförde Mit 6,5 PS auf Kurs

Schnell noch ein bisschen Obst und Gemüse? Die Besucher des Eckernförder Edeka-Marktes in der Rendsburger Straße müssen umdenken: Der Parkplatz ist bereits besetzt. Hier trainiert die Motorsportjugend des ADAC im „Gefion-Jugend-Kart-Slalom“ für die Deutsche Meisterschaft.

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Der zehnjährige Justus Engel (Rundenzeit 44,02 Sekunden, null Fehler) gilt als Nachwuchstalent und Kandidat für die Deutsche Meisterschaft.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde.  Doch bevor die Gruppe K2, also die Geburtsjahrgänge 2005 und 2006, an der Reihe ist, dreht die 19-jährige Kathleen Schätz ein paar Runden mit dem ADAC-Kart, um die Reifen warm zu fahren. Sie hat mit sieben Jahren angefangen, und dass sie Erfahrung hat, das können die Zuschauer am Rande der Strecke gleich erfahren. Kathleen bleibt auf dem Gas und korrigiert Tempo und Richtung nur mit Bremse und Lenkung. „So soll es sein“, sagt Vater und Sportwart Hans Schätz. Der 46-Jährige aus Eckernförde war selbst zwölf Jahre Trainer, er weiß, wovon er spricht. Die Kunst sei es, auf spektakuläre Drifte zu verzichten, die würden nur Zeit kosten.

 Kathleen muss sich daran jetzt nicht halten, im Gegenteil: Die Reifen sollen auf Temperaturen kommen, damit sie nachher auf dem Asphalt kleben und gute Rundenzeiten möglich machen. So fährt die Schülerin mehr quer als gerade durch die aufgestellten Pylonen, die Zuschauer freut’s.

 Doch nun wird es ernst. Melina Molt, neun Jahre alt, lässt sich in den maßgeschneiderten Sitz des 4500 Euro teuren Karts fallen, der über einen 6,5 PS starken Motor mit 200 Kubikzentimetern Hubraum verfügt. Das klingt wenig, aber schnell und vor allem wendig ist er auf der Strecke. Melina hat die Streckenführung im Kopf, denn sie ist sie mit den anderen Rennfahrern zuvor abgegangen. Jetzt ist sie in Augenhöhe mit den Pylonen, und da wirken sie wie ein undurchdringbarer Wald, der Weg ist schwer zu erkennen. Ihre Rundenzeit, 45,28 Sekunden, liegt im Mittelfeld, schneller ist die Startnummer elf mit Justus Engel (10) am Steuer: 44,02 Sekunden. Eineinhalb Sekunden, das sind in diesem Motorsport Welten.

 „Er hat gute Chancen bei der Deutschen Meisterschaft im Herbst“, sagt der Vorsitzende des MC Eckernförde, Heinz Cremer. Die Kartslalom-Meisterschaft werde in fünf Altersstufen vom achten bis zum 18. Lebensjahr auf Landesebene ausgefahren. Neunmal im Jahr messen sich die Fahrer bei Slaloms der Motorsportvereine, die Besten kämpfen dann im Herbst beim Bundesendlauf um den begehrten Titel des Deutschen Meisters.

 In ihrem blauen Rennfahreranzug sitzt Marina neben ihrem Zwillingsbruder Jonas, der gleich auf die Strecke will (Startnummer vier). An ihrer Seite: Vater Timo Molt. „Bei uns ist das Kartfahren Familiensache geworden“, berichtet er. Anders ginge es auch nicht, denn die Familie – Mutter Kathrin ist zweite Vorsitzende – ist fast jedes Wochenende in Sachen Kartsport unterwegs. Deswegen ist Vater Timo auch längst Sportwart geworden. Und seitdem er das ist, ist auch die Jugendgruppe wieder von drei auf 16 aktive Mitglieder gewachsen.

 Haben die beiden Nachwuchsrennfahrer Vorbilder? „Vettel“ kommt es wie aus einem Munde. Doch der Name Michael Schumacher sagt ihnen schon nichts mehr. Rennfahren ist ein schnelles Geschäft. Jonas ist an der Reihe: Anzug schließen, Nackenschutz und Helm aufsetzen, Handschuhe anziehen und auf das „Go“ am Start warten. Immer dran denken: auf dem Gas bleiben!

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