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Mit Gummiwaren zum Erfolg

Familienbetrieb aus Altenholz Mit Gummiwaren zum Erfolg

Arbeitsschutz, Schmierstoffe, Artikel für Haus, Hof und Garten: Das Sortiment von Görte und Tiedemann im Gewerbegebiet Am Jägersberg in Altenholz ist vielfältig. Der 1865 in Kiel gegründete technische Großhandel feiert am 2. Juli 150-jähriges Bestehen.

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Alles im Griff: Mit Schutzhandschuhen hat Firmenchef Rolf Grön ein eigenes Markenprodukt geschaffen, das ankommt. Vater und Tochter Elise Ruppel sind stolz auf die lange Firmentradition. Werbeblätter aus den 1950ern für Badekappen lassen heute schmunzeln.

Quelle: Cornelia Müller

Altenholz.  Mit Schutzhandschuhen von robust bis geblümt hat sich der mittelständische Familienbetrieb ein eigenes Produkt geschaffen. Darauf greift man in ganz Deutschland zu. Die raumhohen Regale im Besprechungsraum sind beeindruckend: Handschuhe über Handschuhe, alle Größen, pink, blumig, in Warnfarbe, griffig für Grobes und Feines mit und ohne Gummibeschichtung, atmungsaktiv oder undurchlässig. „Das sind unsere eigenen Produkte“, sagt Firmenchef Rolf Grön. „Alles ist GUT.“ Das Wortspiel mit den Anfangsbuchstaben des Firmennamens macht dem 69-Jährigen Spaß. Genauso wie die unübersehbaren Varianten von Schutzhandschuhen. Sie sind seine Entwicklung, auf die Familie Grön und ihre 30 Mitarbeiter stolz sind.

 Dabei avancierte die Firma Görte und Tiedemann, die 1954 an ihren Prokuristen Frederik M. Grön überging, Ende der 80er Jahre eher aus der Not heraus zum Produzenten. Der Kaufmann: „Ich war kurz davor, Arbeitshandschuhe ganz aus dem Sortiment zu nehmen. Was man am Markt einkaufen konnte, war zwar billig, aber minderwertig. Das konnte ich keinem Kunden zumuten.“ So tüftelte Grön selbst an Alternativen. Er fand die passende Produktionsstätte, die die Qualitätsanforderungen erfüllte. Eine Erfolgsgeschichte: Fachhandel sowie Bau- und Gartenmärkte setzen heute auf Fingerschutz aus Altenholz. Auch Staubmasken und Schutzbrillen mit modernem Styling und Anti-UV-Beschichtung für alle, die draußen schwer schuften, gibt es als eigene hochwertige Marke.

 „Angefangen hat alles ganz anders, zum Beispiel mit Babyschnullern und Treibriemen“, erläutert Elise Ruppel. Die Tochter von Rolf Grön ist Juristin und hat Prokura. Sie hat mit Vergnügen uralte Auftragsbücher, Papiere, Werbeanzeigen und Fotos durchforstet, um für die Jubiläumsfeier im Kieler Kaufmann eine spannende Chronik zusammenzustellen. Das ist greifbare GUT-Geschichte. Lächeln ist beim Studium erwünscht. „Gummiwaren waren 1865 Hightech-Produkte“, klärt die 33-Jährige auf. „Die Kautschukverarbeitung war neu.“ In den 1950er Jahren glänzte GUT mit chirurgischen Gummiwaren ebenso wie mit Quietsche-Entchen oder Ölzeug für Fischer. Hula Hoop-Reifen wurden sogar in Heimarbeit gefertigt. „Manches ist im Rückblick fast komisch“, rundet der Chef das Bild schmunzelnd ab. „Mein Vater belieferte auch Drogerien. Sie führten auch Präservative, die wir im Vertrieb hatten. Doch darüber wurde nur verklausuliert gesprochen. Motto: Sie wissen schon, Bestellung wie immer...“

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