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Mit Hut, Charme und Melone

Herbstmode Mit Hut, Charme und Melone

„Hutsaison ist immer“, sagt die Ute Hoyns, Tochter des Hauses im Hutfachgeschäft Hoyns in Eckernförde. Auch sie ist bereits seit 18 Jahren im Geschäft und hat viele Wandlungen der Hutmode miterlebt. Im Winter winkt das Hauptgeschäft.

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Karl-Günther Mastaglio hält seinem zwölf Jahre altem Hut die Treue – aber auch ein Outdoor-Hut mit UV-Schutz hat es ihm angetan, den Ute Hoyns ihm zeigt.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Zwei Damen betreten das Hutfachgeschäft Hoyns in Eckernförde. „Wir hätten gern eine Mütze“, sagt eine der beiden, Marianne Eberhardt (70) aus Karby, die mit ihrer Nachbarin Sieghilde Peter (78) gekommen ist, meint eigentlich sich selbst.

Trotz der Auswahl unter hunderten von Mützen und Hüten ist Marianne Eberhardt dennoch skeptisch: „Mir steht eigentlich nichts“, sagt sie, hat aber nicht mit der Erfahrung von Seniorchefin Ute Hoyns gerechnet, die sich sofort an die Arbeit macht.

Ein Bommel ja, aber nicht aus echtem Fell bitte. „Der ist gut, der betont den Hinterkopf“, so Sieglinde Peter nachdenklich. „Vielleicht mit einem kleinen Schirm?“, fragt Eberhardt. Kein Problem für Ute Hoyns, eine einfarbige Mütze im Farbton Mauve wird gebracht und passt. „Nicht schlecht“, sagt die Kundin mit Kopfgröße 59. „Ja, Sie haben einen großen Kopf“, schmunzelt Ute Hoyns, „Sie brauchen halt mehr Volumen.“ Ein weiteres Exemplar, kariert und etwas frecher in der Aufmachung, wird probiert – und gekauft. Marianne Eberhardt ist überzeugt und zugleich überrascht, dass es nun doch so einfach war. Und Sieghilde Peter lässt sich schnell auch noch ein Exemplar ihrer Wahl zurücklegen.

Während diese Beratung läuft, geht die Türglocke in einem fort. Hüte sind gefragt. Im Sommer kauften verstärkt die Touristen, und da dürften es bei den Herren gerne Panama-Hüte sein. „Die sind luftig und sehr angenehm zu tragen“, so Hoyns Junior. Damen kauften gerne festliche Hüte für Partys im Freien oder für Familienfeste. Und diese Hüte würden oft nur mit einem Bügel im Haar festgehalten, damit die Frisur nicht leidet.

„Touristen fragen uns im Sommer oft, wovon wir denn im Winter leben. Dabei ist das doch unser Hauptgeschäft“, erklärt Ute Hoyns senior. Das ist zu merken, eine Pause hat das Damenteam, zu dem auch Verkäuferin Nina Mursin gehört, kaum.

Natürlich kommen auch die Herren. Zum Beispiel Karl-Günther Mastaglio aus Eckernförde. Seit zwölf Jahren trägt der 77-Jährige einen Hut, und das ist wörtlich zu nehmen. „Diesen Hut liebe ich einfach“, sagt er zu dem schwarzen Exemplar mit Krempe. An diesem Tag hat er sich schnell eine Mütze gegönnt. Aber auch ein Outdoor-Exemplar mit UV-Schutz lässt er sich zeigen. „Das ist ein Thema, dass zunehmend Bedeutung bekommt“, sagt die Seniorchefin. In Australien gehe schon jetzt niemand mehr ohne Hut raus wegen der starken UV-Belastung. Doch bei uns werde diese Gefahr unterschätzt.

Ihre Beobachtung ist auch, dass die Männerhutmode bunter geworden ist. „Regelrecht „in“ ist die Schiebermütze in allen Variationen und gefertigt aus hochwertigen Stoffen“. Auch alte Klassiker werden beliebter: Der Homburg zum Beispiel, den Adenauer trug. Oder die Melone, die man noch von Patrick Macnee als John Steed in der Fernsehserie der 1960er Jahre Mit Schirm, Charme und Melone kennt.

Doch ganz so mutig seien noch nicht so viele. Dafür kämen ab und zu Schauspieler und Moderatoren zu Hoyns, um sich mit neuen Kopfbedeckungen zu versorgen. Wie damals, als ein Gastschauspieler dringend einen Hut für die abendliche Vorstellung brauchte. Der musste noch geändert werden. „Und wie bekomme ich ihn?“, fragte er. „Kein Problem“, so Ute Hoyns senior, sie habe ein Theater-Abo. Und so lieferte sie den Hut am Abend vor der Vorstellung persönlich am Künstlereingang ab, um ihn kurze Zeit später auf der Bühne wiederzusehen.

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