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Mit Lokalgeschichten zum Sieg

Altenholz Mit Lokalgeschichten zum Sieg

Dreifache Auszeichnung plus Gesamtsieg: Beim diesjährigen Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten führte an den Projekten des Gymnasiums Altenholz kein Weg vorbei.

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Lehrer Stefan Bichow, Milena, Anna, Heike, Lehrer Fabian Nold und Henning Schröder (hintere Reihe von links) sowie Jule, Laura, Maybrit und Kaya (vorne von links) freuen sich über den Landessieg des Gymnasiums Altenholz beim Geschichtswettbewerb.

Quelle: Lutz Timm

Altenholz. Mit einer Homepage zur Historie der Sinti und Roma in Kiel, einer fiktiven Radiosendung mit Protagonisten des Kieler Matrosenaufstandes von 1918 und einem biografischen Hörspiel über den U-Boot-Kommandanten und Regimekritiker Oskar Kusch überzeugten die Schüler die Jury.

Für ihre Forschungen unter dem Motto Anders sein. Außenseiter in der Geschichte mit lokalgeschichtlichem Bezug werden die Nachwuchswissenschaftler am Montag, 6. Juli, im Kieler Landeshaus von Landtagspräsident Klaus Schlie und Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung, ausgezeichnet. Die Körber-Stiftung richtet den Wettbewerb aus.

Ein halbes Jahr lang haben bundesweit rund 5000 junge Menschen zu verschiedenen historischen Themen geforscht. „Wichtig waren vor allem ein lokaler Bezug und die Quellenarbeit. Die Schüler sollten auf die Originalquellen zurückgreifen“, erklärt Geschichtslehrer Henning Schröder.

Das nahm sich die von Schröder und seinem Kollegen Carsten Droste betreute achte Klasse zu Herzen. „Wir haben in der örtlichen Umgebung recherchiert und sind auf die Oskar-Kusch-Straße gestoßen“, erzählt Kaya. Gekannt haben die Schüler den Marineoffizier vorher nicht. Dann habe sich die Gruppe intensiv mit der Biografie des 1944 von den Nationalsozialisten wegen Kritik am Regime in Altenholz Erschossenen auseinander gesetzt.

„Uns hat besonders beeindruckt, dass es Menschen gab, die ihre Meinung kundtaten, obwohl es ihnen nicht erlaubt war“, schildert die 14-jährige Schülerin. Schnell stand die Idee eines Hörspiels fest. „Wir haben Bücher zum Thema gelesen und mit dem Sohn von Kuschs Verteidiger, Gerhard Meyer-Grieben, gesprochen. Er hat uns persönliche Informationen von seinem Vater gegeben.“ Zwar hätten sie gewusst, was während des Nationalsozialismus passiert sei, aber das Leben des Regime-Kritikers habe sie sehr berührt. „Wir wollten unbedingt wissen, wie es in seinem Leben weiterging. Dafür haben wir auch in unserer Freizeit weitergemacht.“

„Es war absolut faszinierend zu sehen, mit welchen umfangreichen Maß an Eigenständigkeit die Schüler gearbeitet haben“, freut sich Lehrer Henning Schröder.

Unter dem Titel Unser Platz? Kieler Sinti in der Wohnstätte am Kuckucksweg hat die neunte Klasse ein Internetportal entwickelt, das Informationen zur Aufarbeitung der Geschichte und der aktuellen Situation der Sinti und Roma in Kiel bietet. Der Link ist auf der Homepage des Gymnasiums zu finden. Das Projekt Es muss eine andere Welt entstehen. Ein fiktives, aber quellenbasiertes Streitgespräch mit drei Akteuren des Kieler Matrosenaufstands im November 1918 von der sechsten Klasse war als Radiosendung im Offenen Kanal Kiel zu hören.

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