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Wenn die Knochen knacken

Rieseby Wenn die Knochen knacken

Eine List gegen bissige Dachse, was Spürnasen ausmacht und königliche Vorlieben: Vom Nieselregen ließen sich knapp 20 Kinder und Erwachsene am Sonnabendnachmittag ihren Waldspaziergang in Rieseby nicht verderben. Immerhin lautete das Motto Mit dem Jäger auf der Pirsch.

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Einen präparierten Bussard zeigte Peter Wohlert vom Hegering „Schwansen Süd“ den Kindern und Erwachsenen bei der Riesebyer Ferienspaß-Aktion „Mit Jägern auf der Pirsch“.

Quelle: Jan Torben Budde

Rieseby. Auf Gut Krieseby präsentierte Peter Wohlert vom Hegering 3 (Schwansen Süd) zur Einstimmung präparierte Tiere, darunter Iltis, Singdrossel, Turmfalke, Eichhörnchen und Eule. Einen Bussard hielten die Kinder zunächst für einen Adler. „Nein, der hat eine breitere Spannweite“, erklärte der 73-Jährige. Worauf die Bezeichnung Greifvögel zurückzuführen sei? Sofort kam die Antwort: „Weil sie mit ihren Krallen zugreifen und mit dem Schnabel fressen.“ Wohlert nickte. „Sie haben nicht Messer und Gabel zum Essen – so wie ihr“, spaßte der Gammelbyer augenzwinkernd. Die Kinder kicherten. Wovon die leben? Schulterzucken. Mäuse. „Leben lebt vom Leben“, dozierte er, „das hat die Natur so eingerichtet.“

 Bei der Wanderung handelte es sich um eine Ferienspaß-Aktion aus dem Programm der Gemeinde Rieseby. „Es wird von örtlichen Vereinen und Verbänden gestaltet“, berichtete der stellvertretende Bürgermeister Hartmut Schmidt. Den Waldspaziergang stellte die Jägerschaft auf die Beine – um Mädchen und Jungen die Natur näherzubringen. Einige Kinder verfügten bereits über erstaunliche Kenntnisse. Wohlert war baff. Mats (5) erkannte Tiere auf Anhieb. „Sie hatten gerade ein Waldprojekt im Kindergarten“, verriet Vater Andre Eigenberz, „da ist wohl einiges hängengeblieben.“ Doch dass der Hermelin mit seiner schwarzen Schwanzspitze früher bei Fürsten beliebt war, wussten die Mädchen und Jungen nicht. Wohlert: „Kaiser und Könige ließen sich aus ihrem Fell gern Mäntel nähen.“

 Auf dem Weg zur nächsten Station fachsimpelten die Jungen nicht über den Wald, sondern das Fußballspiel am Vorabend: „Thomas Müller hat zwei Tore geschossen.“ Als aber Andrea Knippert mit ihren Hunden auftauchte, richtete sich die Konzentration auf die Jägerin. Was geschieht nach einem Autounfall? Oder wenn ein angeschossenes Tier noch wegläuft? „Es soll nicht leiden“, betonte Andrea Knippert. In Windeseile brachte Spürnase Tessa (Deutsch Kurzhaar) zur Demonstration einen bereits toten Hasen. Die Fährte nehme der Hund durch Blut, Eigengeruch des Tieres oder Knochensplitter auf. Zur Belohnung gab’s ein Leckerli von der Jägerin („Brav!“) und Streicheleinheiten von den Kindern.

 Einige Eltern hatten Proviant im Rucksack. Brötchen kauend ging’s dann in den Wald. Umgeben von Buchen, Ahorn und Eschen stellte Wohlert klar: „Der Wald braucht uns Menschen nicht, sonst gäbe es ja keinen Urwald.“ Kopfnicken. Doch wozu braucht der Mensch den Wald? Die Kinder überlegten. Möbel, Feuer, Dächer. Er bringe zudem Essbares wie Blaubeeren oder Pilze („Vorsicht!“) hervor, so der Naturfreund. Und die Tiere? Unter Bäumen und im Gestrüpp waren ausgestopfte Exemplare versteckt – darunter ein präparierter Dachs. Wohlert verdeutlichte den staunenden Zuhörern, dass das Raubtier ganz schön zubeißen könne. Er lasse erst locker, wenn Knochen knackten. Da schluckten selbst die Erwachsenen. Zum Schutz habe sich daher früher so mancher Holzkohlen in die Schuhe gesteckt. Was Mats am besten gefallen hat? „Als wir die ausgestopften Tiere suchen sollten“, meinte der Lütte. Sein Favorit: der Bussard.

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