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Moderlieschen für den Eisvogel

Nabu-Aktion Moderlieschen für den Eisvogel

Die Teiche sind gereinigt, die Nistkästen installiert, und an Nahrung mangelt es nicht. Der Nabu in Eckernförde hat alle Voraussetzungen geschaffen, um dem Eisvogel in den Goosseewiesen ein attraktives Zuhause zu bieten. Ob’s klappt, muss abgewartet werden.

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1000 Moderlieschen in einem Beutel: Felix Rolf setzte zusammen mit anderen Mitgliedern des Nabu die kleinen Fische in den Teichen der Goosseewiesen aus, um dem Eisvogel Nahrung zu bieten.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. „Wir hoffen auf einen milden Winter“, sagt Nabu-Urgestein Jürgen Schmidt, der am Wochenende zusammen mit anderen Mitgliedern des örtlichen Naturschutzverbandes 1000 Moderlieschen in die Wiesenteiche setzte, um den scheuen Vögeln einen Futteranreiz zu bieten.

„Ziiiii“, der langezogene Pfiff ist deutlich zu hören. „Das war ein Eisvogel“, erklärt Anja Rolf. Zusammen mit Ehemann Felix, Jürgen Schmidt und Matthias Valkema, dem neuen Vorsitzenden der Nabu-Gruppe, hat sie sich bei Nieselregen und trübem Himmel aufgemacht, die kleinen Fische in die Teiche zu setzen. Die vier Naturschützer verharren angesichts des so typischen Pfiffs. Doch die geschulten Augen können ihn im herbstlichen Laub der Bäume und Büsche nicht erblicken. Dabei haben die Eisvögel doch so ein beeindruckend schönes und buntes Gefieder.

Wie viele Exemplare des so auffälligen Vogels sich im Bereich der Goosseewiesen aufhalten, vermag keiner der Vier zu sagen. Nicht einmal der Bestand in Schleswig-Holstein ist genau bekannt. Waren es mal bis zu 600 Paare, so kann sich das sehr schnell ändern. „Wenn die Gewässer in einem harten Winter zufrieren, kommt der Eisvogel nicht an seine Nahrung und verhungert“, erklärt Jürgen Schmidt.

Am Morgen ist er nach Aukrug Innien gefahren, um bei einem Züchter 1000 Moderlieschen zu kaufen. Die kleinen, nur wenige Zentimeter großen Schwarmfische, die sich selbst von Stechmücken und Plankton ernähren, stehen auf dem Speiseplan des Eisvogels ganz obenan. Mit Keschern und Eimern werden die anpassungsfähigen Silberlinge ins klare Wasser gesetzt.

In den vergangenen Wochen wurden die Teiche gereinigt und von Bewuchs befreit. Nun ist das Wasser klar. Die Äste, die aus den Teichen herausragen, haben ihre Bedeutung. Sie dienen dem Vogel als Ansitz. Von hier aus kann er die kleinen Fische gut ausmachen und mit dem langen schmalen Schnabel im Flug erbeuten.

Noch stimmen die Voraussetzungen für eine Ansiedlung der standorttreuen Vögel. Dazu tragen auch die drei großen Nistkästen bei, die vom Nabu errichtet worden sind. Ob es im nächsten Jahr in den Goosseewiesen Bruten geben wird, ist vor allem vom Winter abhängig. Denn auch wenn der Name es vermuten lässt: Schnee und Eis mag der Eisvogel überhaupt nicht.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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