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Naturgetreu oder dramatisch?

Strande Naturgetreu oder dramatisch?

Wie malt man den Mond? Beim Mondmalen in Strande ließen sich die Teilnehmer von der Natur und den großen Meistern inspirieren.

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Ute und Jens Jacobsen luden elf Hobbymaler an den Strand ein, um den Mond (und das Meer) zu malen.

Quelle: Kai Pörksen

Strande. Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. Natürlich fallen einem diese Zeilen von Matthias Claudius ein, wenn Ute und Jens Jacobsen, zum Mondmalen an den Strand nach Strande einladen. Und an diesem Sonnabend sind die Bedingungen dafür ideal: Warm genug, wenig Wind, und am Himmel leuchtet scheinbar in Griffweite ein klarer Vollmond.

 Los geht es also für die elf Teilnehmer dieses kleinen Workshops, doch zuvor gibt es noch ein wenig Mondkunde von Jens Jacobsen, gelernter Designer und Muthesiusschul-Absolvent. Vor drei weißen Pavillons setzen sich die Teilnehmer, alle stilvoll in weißen Matrosenjacke als Maluniform gekleidet, in einem Kreis zusammen und lassen ein wenig Kunstgeschichte wirken: Mondbilder von Magritte, Chagall oder Klee, ein wenig Turner und Munch zeigen, wie man das Thema angehen kann: naturgetreu, romantisch, abstrakt, theatralisch oder dramatisch.

 „Nur zehn Meter entfernt vom Meer malen, da sind wir wohl die Einzigen“, sagt Jacobsen, bevor er noch die Handhabung der verschiedenen Pinsel erklärt. Gemalt wird mit Acryl, Wasser und Naturmaterialien. Martina Hoppe aus Kiel macht sich schwungvoll an die Arbeit und hat bereits nach kurzer Zeit ein Bild in verschiedenen Blautönen komponiert. „Eigentlich bin ich fertig“, stellt sie fest, weiter zu machen, bedeute auch das Risiko, den guten Wurf wieder zunichte zu machen. Ihr Bild wirkt wie eine Skizze, und das soll es auch, die Farben erreichen den Rand der Leinwand nicht. Ihr Tischnachbar und einer der beiden Männer des Workshops, Martin Müller, arbeitet hingegen exakter und bezieht sogar die Kanten der Bespannung mit ein.

 Inzwischen ist es dunkel, und außer dem Mondlicht kommt nur etwas Beleuchtung durch die Kerzen auf die Leinwände. „Ach herrje“, sagt eine Teilnehmerin, die statt Blau versehentlich die Farbe Schwarz genommen hat für das Meer. Im Dunkeln ist es eben nicht ganz leicht, die richtige Wahl zu treffen. Und doch gelingt es allen, die Atmosphäre einzufangen. Auch Brigitte Hentschel aus München, die noch nie an der Ostsee war. Ihre Freundin Karin Bracher-Schrödl hat sie spontan mitgenommen. Und Hentschel weiß jetzt nicht nur, wo Strande, sondern auch, wo Laboe liegt, denn das hat sie nun zufällig am Horizont gemalt.

 Nach zwei Stunden ist nicht der Zauber, aber das Malen vorbei. Gegenseitig werden die Bilder begutachtet, alle sind zufrieden mit dem Ergebnis. Und mit dem Abend. Wunderbar.

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