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Neugierig auf beflügelte Schönheiten

Altkreis Neugierig auf beflügelte Schönheiten

Gettorf, Groß Wittensee und Rieseby waren am Pfingstmontag im Altkreis Eckernförde Anlaufpunkte für Hunderte von Mühlenfans. Sylvia (62) und Klaus Weimann (64) aus Fockbek steuerten am 22. Mühlentag gleich zwei der Orte an. „Schon seit Jahren sind wir am Pfingstmontag unterwegs, um uns Mühlen anzusehen“, sagten sie an ihrer ersten Station – der Mühle "Rosa" in Gettorf.

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Tochter Hanna (links) und Mutter Ursula Sell ließen am Mühlentag in Groß Wittensee Luftballons zum Weitflugwettbewerb starten.

Quelle: Rainer Krüger

Altkreis Eckernförde. Vom zweistöckigen Galerieholländer Baujahr 1869 waren beide angenehm überrascht. „Wir kannten die Mühle noch nicht. Sie ist schön hergerichtet. Dass sie als Bücherei, Museumsarchiv und auch für Trauungen genutzt wird, ist sinnvoll. So wie hier muss man es machen, wenn so ein historischen Gebäude erhalten werden soll“, fanden die beiden.

 Gute Tradition hingegen hatte der Rosa-Besuch am Mühlentag für die Gettorfer Renate (81) und Joachim Kutscher (81). Beide wohnen in Nachbarschaft der Mühle. „Für uns gehört der Besuch mit zum Pfingstspaziergang“, erklärten sie. Zumal sie von der Mühle aus den erhöhten Ausblick auf Gettorf genossen. Da die Kutschers viele Mitglieder aus dem Windmühlen- und Verschönerungsverein Gettorf kennen, war es für Joachim Kutscher zugegebenermaßen auch ein „Plausch in der Nachbarschaft“. Neues erfuhr er beispielsweise über die nächste Veranstaltung des Vereins. In der Mühle berichten am Freitag, 5. Juni, Zeitzeugen über die Nachkriegszeit im Ort. Der Informationsabend startet um 19.30 Uhr.

 Sylvia und Klaus Weimann hatten außer der "Rosa" auch noch die Mühle "Auguste" in Groß Wittensee und die Mühle "Anna" in Nübbel auf ihrem Reiseplan. In Groß Wittensee wurde neben Informationen über den Kellerholländer von 1874 noch ein Rahmenprogramm geboten. Dazu gehörte auch der Luftballonweitflug. Als Vorsitzender des Mühlenvereins zur Erhaltung der Groß Wittenseer Windmühle zeichnete Hans-Claus Schnack die Siegerin des Wettbewerbs 2014 aus. 233 Kilometer bis auf die Insel Rügen war der Ballon von Hanne Gätjens aus Osterrönfeld geflogen. Dafür bekam die Siebenjährige Preise wie einen 50-Euro-Gutschein und eine Tragetasche. 127 Teilnehmer hatten mitgemacht. „Eine gute Gewinnchance“ fand Besucherin Ursula Sell (57) aus Groß Wittensee. Mit der in Rendsburg lebenden Tochter Hanna Sell (24) ließ sie folglich selbst zwei Ballons steigen, zumal das Startgeld von je einem Euro in die Vereinsarbeit fließt.

 Gast in Groß Wittensee war Hans-Jakob Tiessen, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Wind- und Wassermühlen in Schleswig-Holstein und Hamburg. Er war gekommen, um sich beim Verein und der Eigentümerfamilie Lemke für das Engagement für die Mühle zu bedanken. Tiessens These lautete „Menschen mögen Mühlen“. Dafür lieferte er zwei Begründungen: „Sie strahlen natürliche Schönheit aus. Zudem ist ihre Technik einfach zu verstehen und dennoch genial.“

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