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Ungewissheit bleibt

Nach dem Gülle-Unfall Barkelsby Ungewissheit bleibt

Er schlummerte friedlich und erwachte im Alptraum. So erging es Matthias Köppl (50) am Sonnabend, als gegen 13.13 Uhr ein mit Gülle beladener Lkw in sein Haus fuhr. Nun hofft er, dass sein Haus nicht abgerissen werden muss.

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Noch immer geschockt: Unfallopfer Matthias Köppl mit seinen Golden Retrievern im Haus in Rieseby.

Quelle: Rainer I. Krüger

Rieseby. Das Gebäude liegt an der Landesstraße 283 im Riesbyer Ortsteil Stubbe. Dort war der Laster vermutlich wegen überhöhter Geschwindigkeit in einer Linkskurve von der Fahrbahn abgekommen und ins Haus gerauscht. Nachdem er einen Teil der Außenmauer durchbrochen hatte, kippte er um und blieb vor dem Gebäude liegen. 25000 Liter Gülle – genauer Güllesubstrat zur Energiegewinnung in Biogasanlagen – waren geladen. Ein Großteil davon lief aus. Der Lkw wurde bereits Sonnabend abgeschleppt. Inzwischen ist auch die Gülle vor dem Haus abgepumpt worden.

 Nicht nur der Fahrer des Unglückslasters, auch Köppl hatte nach dem Unfall einen Schock erlitten. Beide waren kurz in der Eckernförder Imland-Klinik behandelt worden. „Der Puls ging von 0 auf gefühlte 20000“, beschreibt Matthias Köppl den Moment, als der 40-Tonner die Außenwand rammte. „Die Gülle war sofort ausgelaufen. Etwa zehn Zentimeter hoch stand sie an der Tür. Deswegen kam ich zunächst gar nicht raus“, erinnert er sich.

 Ein Statiker des Technischen Hilfswerks hatte das Haus nach dem Unfall untersucht. „Ich darf in meiner Wohnung bleiben. Meine Mieterin im Hausteil nebenan, wo auch das Loch in der Mauer ist, musste die Wohnung räumen. Sie und ihre zwei Söhne sind woanders untergekommen“, sagt Köppl am Montag in seinem Haus, während er seine beiden Golden Retriever krault. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen. „Ein andere Statiker wird sich alles anschauen. Ich hoffe, dass das Haus nicht abgerissen werden muss.“ Was ihm zu zu denken gibt: „Auch bei mir ist die Wand eingedrückt.“

 An den Außenwänden klebt immer noch Gülle. „Substrat riecht nicht so intensiv wie reine Gülle. Außerdem hat der Frost wohl dazu beigetragen, dass sich die Gerüche nicht zu stark entwickeln.“

 Montagnachmittag gab es eine Ortsbegehung unter anderem mit Vertretern der Unteren Wasserbehörde und Bürgermeister Jens Kolls (SPD). Das Resümee des Bürgermeisters: „Da die Feuerwehr einen Damm errichtet hatte, ist wohl keine Gülle in die nahe gelegene Au geflossen. 7000 Liter Substrat vor dem Haus sind bereits abgepumpt worden. Gut 8000 Liter waren im Tank des Lasters geblieben. Der Rest ist auf dem Grundstück verteilt und soll heute mitsamt fünf Zentimeter Boden abtransportiert werden.“ Der Polizei verbucht nach eigenen Angaben den Laster als Totalschaden. Die Höhe des Schadens an Köppls Haus ist noch unklar.

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