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„Wir haben Fehler gemacht“

SPD in Eckernförde „Wir haben Fehler gemacht“

„Wir wollen ein Kino!“ Martin Klimach-Dreger sagt das mit Nachdruck. Die feste Stimme, mit der der SPD-Fraktionsvorsitzende die vier Worte ausspricht, verdeutlicht, wie wichtig ihm diese Aussage ist. Seit den Abstimmungen im Bauausschuss und in der Ratsversammlung wird insbesondere seine Partei heftig angefeindet.

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Martin Klimach Dreger, SPD-Fraktionsvorsitzender in Eckernförde.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde.  Der siebenköpfigen Fraktion wird vorgeworfen, sich mehr um „eine Handvoll Jugendliche“ als um ein Kino für die gesamte Bevölkerung zu sorgen. Und dass die Sozialdemokraten achtlos darüber hinweggingen, dass ein Investor acht Millionen Euro investieren und 50 neue Arbeitsplätze schaffen will, ärgert nicht wenige. Außerdem, so heißt es hinter vorgehaltener Hand, soll die Stimmung in der SPD schon seit längerem sehr angespannt sein. Auf einige Mitglieder der Fraktion sei vor der Abstimmung sogar Druck ausgeübt worden.

 Im Gespräch mit unserer Zeitung hat Martin Klimach-Dreger zu den genannten Vorwürfen Stellung bezogen. „Während der Beratungen in der Fraktion tauschen wir unterschiedliche Standpunkte aus. Anschließend stimmen wir ab. In Sachen Kino hat es ein einstimmiges Ergebnis gegen ein Kino auf dem Skaterpark-Gelände gegeben – ohne dass in irgendeiner Weise Druck ausgeübt wurde“, betont der Sprecher der SPD, der seit 2008 Vorsitzender seiner Fraktion in der Ratsversammlung ist. Hätte es unterschiedliche Ansichten gegeben, so wäre bei solch einer Entscheidung jeder frei im Abstimmungsverhalten gewesen, fügt er an. Dass es innerhalb der Partei auch mal zu Spannungen komme, hält er für völlig normal. Das sei doch selbst in Familien nicht anders. Dennoch gehe man fair und vernünftig miteinander um.

 Dass nach der getroffenen Entscheidung mindestens drei Jahre vergehen werden, bis ein Kino für Eckernförde wieder in greifbarer Nähe ist, hält der SPD-Politiker nicht für besonders glücklich. Dennoch verteidigt er die getroffene Entscheidung: „Aus unserer Sicht stehen im Skaterpark kinder- und jugendpolitische, ökologische und städtebauliche Gründe gegen eine Veränderung der Nutzung.“ Für die SPD sei dieser mögliche Kino-Standort von Beginn an der am wenigsten gewollte gewesen. Er ist davon überzeugt, dass man bei einer städtebaulichen Überplanung der Fläche zwischen Grünem Weg und Schulweg zügig einen geeigneten Platz fürs Kino und auch einen Investor finden werde.

 Bis es soweit ist, will sich die SPD um eine Übergangslösung für ein Kino bemühen. Klimach-Dreger hält es beispielsweise für denkbar, an bestimmten Tagen in der Woche Vorführungen in der Turnhalle der Willers-Jessen-Schule anzubieten.

 Dass auch seine Partei bei der Suche nach einem geeigneten Standort fürs Kino Fehler gemacht habe, räumt Klimach-Dreger unumwunden ein: „Aus unserer Sicht haben wir Zeit verloren, weil wir uns im entscheidenden Augenblick nicht auf die städtebauliche Entwicklung, sondern schwerpunktmäßig auf den Ankauf des Bahnhofs und einen vorhandenen Investor konzentriert haben.“

 Um die Diskussion zum Kinostandort und die weitere städtebauliche Entwicklung auf eine breite Basis zu stellen, regt der SPD-Fraktionsvorsitzende eine Einwohnerversammlung an.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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