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Freiwillig Mathe in den Ferien

Nachhilfeunterricht Freiwillig Mathe in den Ferien

Musterschülerinnen sind sie nicht. Aber Margo (17) und Leonie (18) entdecken gerade Spaß an Funktionsbestimmung, Exponentialfunktion und Co.. Die beide haben in der letzten Ferienwoche jeden Tag im Intensivkurs eines Nachhilfeinstituts in Eckernförde Mathe fürs Abi geübt – freiwillig.

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Aufs neue Schuljahr eingestimmt: Margo und Leonie (v.l.) machen 2017 in Eckernförde Abi. Der Intensivkurs Mathe hat beide selbstbewusster gemacht.

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. Es darf gescherzt werden im Kurs bei Jens-Uwe Hansen. Hansen, von Beruf eigentlich Ingenieur, ist seit Jahren Nachhilfe- und Online-Lehrer für Mathematik beim Studienkreis. „Mit Leidenschaft“, betont er. Die Zweigstelle in der Kieler Straße, in der er heute unterrichtet, gehört zu einem der größten Nachhilfe-Institute in Deutschland.

 Professionelle Nachhilfe gegen Gebühr boomt, auch in Eckernförde. Hier ist neben dem Studienkreis auch die Schülerhilfe, ein weiterer „Großer“ der Branche, aktiv. Laut Bernd Plickat, Regionalleiter Nord im Studienkreis, holen die eigens geschulten Nachhilfelehrer in Eckernförde pro Monat mit 50 bis 70 Schülern aus der Region versäumten Schulstoff nach oder sorgen dafür, dass sich nicht Verstandenes endlich erschließt. „Und natürlich wird dann in Kleingruppen sehr viel geübt“, erläutert Christina Kuwald, Gebietsleiterin für Schleswig-Holstein. „Das ist vor allem in den Intensivkursen in den letzten beiden Sommerferienwochen der Fall.“

 Leonie und Margo sind zwei von 19 Schülern am Standort Eckernförde, die ihre Ferien mit der freiwilligen Lerneinheit ein wenig abkürzen. „Je anderthalb Stunden Mathe an den letzten fünf freien Tagen sind doch kein Ding“, sind die beiden einig. Das sieht auch Sarah so, die noch zwei Jahre mehr Zeit bis zum Abschluss hat. Zu fünft sind sie insgesamt im Mathekurs von Hansen. Wahrscheinlichkeitsrechnung haben die Jugendliche zum Thema gewählt, eine Art jahrgangsübergreifender Schnittmenge mit Nachholbedarf. Heute braucht Hansen also nicht differenziert zu arbeiten. „Aber auch das praktizieren wir sonst, denn wir unterrichten immer in Kleingruppen“, betont Plickat.

 „Leonie bekommt eine Kiste mit drei leichten und einer schwierigen Frage. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie die komplizierte richtig beantwortet? Und wie ist es mit den leichten Fragen?“, gibt der Mathelehrer die Grundaufgabe vor. Schnell geht es ins Eingemachte. Varianten werden durchgespielt, bis das Prinzip sitzt. Dabei darf über Denkfehler genauso wie über richtige Schlüsse gescherzt werden. Noten gibt es nicht, Lob ist garantiert. Nach den 90 Minuten strahlen alle fünf. „Wieder was erinnert, was ich vergessen hatte“, fasst Margo zufrieden zusammen. Leonie nickt. Jetzt erwartet beide der freie Nachmittag zum Faulenzen „mit gutem Gefühl“, wie sie sagen.

 Margos Mutter Birgit Ramien aus Waabs ist genauso froh wie ihre Tochter über die gute Stimmung im Kurs. „Wir geben das Geld gern dafür aus, dass unsere Töchter den Schulstoff besser begreifen“, unterstreicht sie. „Ich kann nur bestätigen, dass sie seitdem mehr Spaß an der Schule haben und sich verbessert haben.“ Tatsächlich trifft auf alle fünf im Mathekurs zu, was bei einer bundesweiten Elternumfrage der Bertelsmann-Stiftung 2015 herauskam: Das Gros der Nachhilfeschüler kommt nicht wegen schlechter Noten. Die meisten wollen vom mittleren auf ein höheres Niveau durchstarten. „Weil gute Noten Spaß machen“, sagt Leonie.

Nachhilfe in Schleswig-Holstein


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Nachhilfe in Schleswig-Holstein

 1,2 Millionen Schüler zwischen sechs und 16 Jahren bekommen in Deutschland Nachhilfeunterricht. In Schleswig-Holstein liegt der Anteil dieser Schülern von Grundschulen und weiterführenden Schulen inklusive Förderschulen mit 15,5 Prozent leicht über dem Bundesdurchschnitt (14 Prozent). Das zeigt die bundesweite Eltern-Umfrage 2015 der Bertelsmann-Stiftung.

Gymnasiasten stellen das größte Klientel (fast 25 Prozent). Der Anteil gewerblicher Nachhilfe wie beim Studienkreis, die Eltern privat bezahlen, beträgt zehn Prozent. Das Gros bekommt Zusatzstunden, die die Familien selbst organisieren – oft auch gegen Bares. In Ganztagsschulen werden zunehmend kostenlose Fördereinheiten genutzt. Jährlich geben Eltern in Deutschland für Nachhilfestunden ihrer Kinder insgesamt 900 Millionen Euro aus.

 

Hier finden Sie die Studie „Nachhilfeunterricht in Deustchland“

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
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