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Wandel der Natur erleben

Gettorf Wandel der Natur erleben

Egal, ob Sonne oder Schnee – die „Wurzelkinder“ verbringen den Vormittag an der frischen Luft. Also nichts für Stubenhocker. Die Drei- bis Sechsjährigen streifen mit ihren Erziehern Jana Hentschke (30) und Jan Willers (28) ab Ende August durch den Bürgerpark, wo die Lütten unter Bäumen frühstücken, Tiere beobachten, aber auch Zahlen lernen. Erstmals geht zum neuen Kindergartenjahr in Gettorf eine Naturgruppe an den Start.

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Noch ist der Bauwagen für die Gettorfer „Wurzelkinder“ nicht da, weshalb die Naturgruppen-Erzieher Jana Hentschke und Jan Willers beim Informationsabend für Eltern in der Kita Parkallee vorerst ein buntes Bild vom künftigen „Gruppenraum“ präsentierten.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. „Wir haben bisher sieben Anmeldungen“, berichtete Christel Sothmann, Leiterin der Kindertagesstätte Parkallee am Donnerstag bei einem Info-Abend für Eltern. Die Naturgruppe wird eine Außenstelle der kommunalen Einrichtung. Als Gruppenraum dient den „Wurzelkindern“ allerdings ein Bauwagen. Tomas Bahr vom Amt Dänischer Wohld: „Er soll zum Start da sein.“ 20.000 Euro plant die Gemeinde für die Naturgruppe ein – unter anderem für den Bauwagen, der in der Nähe vom Tennisheim am Fasanenweg stehen soll. Die Naturgruppe legt laut Bahr mit maximal 16 Lütten los. Ab 2016 werde auf bis zu 18 Kinder aufgestockt. Was die Anmeldungen angeht, ist Christel Sothmann zuversichtlich.

Immerhin knapp 20 Besucher kamen zum Elternabend in die Kita Parkallee, wo sich die Betreuer vorstellten. Jana Hentschke war früher Pfadfinderin. „Die Kinder erleben den Wandel der Natur im Verlauf der Jahreszeiten“, kündigte die naturverbundene Erzieherin an. Schnecken beobachten, große Bäume bestaunen, Moos antasten, Versteck spielen: „Sie werden stolpern, hinfallen und nach jedem Aufstehen ein Stück wachsen“, so die Schinkelerin. Zugleich verwies sie auf einen Notfallplan und „einen fachgerechten, schnellen Rettungsweg“. Gleichzeitig gebe es Regeln, was beispielsweise Pilze im Wald oder auf Bäume klettern angehe. Doch ohne Erste-Hilfe-Ausrüstung und Handy geht es trotzdem nicht.

„Ich freue mich tierisch auf die Herausforderung“, sagte ihr Kollege Jan Willers. Gerade in einer Naturgruppe würden Neugier, Fantasie und Kreativität der Kinder gefördert. Basteln, Singen, Rollenspiele und Schulvorbereitung kämen nicht zu kurz. Eine gewisse Eingewöhnungszeit sollte den Kindern zugestanden werden, so der frisch gebackene Erzieher aus Alt Bennebek. Zumal die Lütten ihr „Geschäft“ mitunter in freier Natur erledigen müssten. Einige Mütter stutzten. Und wenn die Windel voll ist? Zum Wickeln stehe notfalls eine Iso-Matte zur Verfügung, zudem sei der Bauwagen mit Wechselkleidung schnell erreichbar, erläuterte Jana Hentschke.

Was ist bei schlechtem Wetter? Kein Problem. Bei Dauerregen oder „minus 20 Grad“ dienten Bauwagen, Tennisheim – mit dem Club bestehe eine Kooperation – oder Kita Parkallee als Unterschlupf, so die Erzieherin, „wir haben die Wettervorhersage stets im Blick“. Und eine Regenplane im Bollerwagen. Gleichwohl riet sie zu wetterfester Kleidung, Matsch- oder Schneehose sowie einem Rucksack mit Brotdose, Thermoskanne und Taschentüchern.

Tamara Zimmer aus Gettorf kann sich Sohn Tristan als „Wurzelkind“ vorstellen: „Er rennt gern draußen herum und spielt im Matsch.“

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