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Neue Hoffnung für die Kinderstation

Imland-Klinik in Eckernförde Neue Hoffnung für die Kinderstation

In die Diskussion um den Erhalt der Kinderstation Eckernförde kommt Bewegung. Der Aufsichtsrat der Imland-Kliniken will am Dienstag, 6. Dezember, über die Zukunft der kinderärztlichen Versorgung beraten.

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Imalnd-Klinik Eckernförde

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. Weiter hat Imland die Organisation des kinderärztlichen Rufdienstes für die Geburtshilfe übernommen und rund um die Uhr sichergestellt.

 Die bisherige Belegabteilung für die kinderärztliche Versorgung am Krankenhaus hat, wie berichtet, Anfang November ihre Arbeit eingestellt. Nicht betroffen ist die Entbindungsstation. „Wir bedauern die Entscheidung der Belegärzte, können sie aber angesichts steigender Anforderungen und Erwartungen an die Versorgung im Krankenhausbereich verstehen“, teilte Montag Imland-Geschäftsführer Hans-Markus Johannsen mit. Jetzt wird über eine Hauptabteilung mit qualifizierten Fachkräften „rund um die Uhr“ nachgedacht.

 Bis 2007 hatten sich vier niedergelassene Kinderärzte die Aufgaben in der bisherigen Belegabteilung geteilt. Nachdem zwei Belegärztinnen ihre Verträge aufgekündigt hatten, unterstützte die Klinik die verbliebenen zwei Belegärzte durch eigene Mitarbeiter. Aufgrund knappen Fachpersonals wurde dies jedoch immer schwieriger. „Die Alternative ist, dass die Klinik die ärztliche Leistung mit angestellten Ärzten übernimmt“, erklärt die Klinik-Leitung. Darüber soll nun der Imland-Aufsichtsrat beraten. Dessen Vorsitzender Thorsten Schulz betont: „Wir stehen für eine Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau. Das Kindeswohl steht dabei über allem.“

 Nach Angaben der Ärztlichen Direktorin Petra Struve wird für eine sichere Behandlung von Kindern in einer Fachabteilung eine 24-Stunden-Versorgung benötigt. Tagsüber mit Fachärzten für die fachgerechte Versorgung sowie nachts und am Wochenende mit einer Anwesenheitsbereitschaft von Assistenzärzten und einem fachärztlichen Rufdienst im Hintergrund. „Nur so können wir eine sichere Behandlung garantieren und den berechtigten Erwartungen der Eltern entsprechen“, sagt Dr. Malte Lange, Chefarzt der Pädiatrie in Rendsburg.

 Der Kreistag hatte 2013 die Imland-Klinik beauftragt, zur dauerhaften Sicherung der Geburtshilfe einen „bedarfsgerechten Betrieb“ der Kinderstation sicherzustellen. Eine Hauptabteilung würde nach Angaben von Imland-Geschäftsführer Johannsen rund zehn ärztliche Stellen benötigen. Dafür wäre eine Aufstockung des Personals erforderlich. Eine solche Entscheidung, so Johannsen, werde letztlich der Kreis als Eigentümer treffen müssen.

 Kurzfristig hat die Imland-Klinik die Organisation eines kinderärztlichen Rufdienstes für die Versorgung neugeborener Kinder übernommen. Rund um die Uhr steht dem geburtshilflichen Ärzteteam ein Rufdienst mit Fachärzten für Pädiatrie zur Verfügung, die beispielsweise bei einem Kaiserschnitt hinzugerufen werden können. In diesen Rufdienst sind auch die bisherigen Belegärzte eingebunden.

 Darüber hinaus verhandeln die niedergelassenen Kinderärzte in Eckernförde derzeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) über die Zulassung einer kinderärztlichen Notfallsprechstunde am Wochenende und an Feiertagen. Unabhängig davon wird sich der Imland-Aufsichtsrat am 6. Dezember mit dem Thema einer bedarfsgerechten stationären Versorgung von Kindern am Standort Eckernförde befassen. Eine Bürgerinitiative plant für Sonnabend, 10. Dezember, eine Demonstration in der Innenstadt für den Erhalt der Kinderstation.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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