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Neue Ideen für Zukunft der Dörfer

Gettorf Neue Ideen für Zukunft der Dörfer

In den Dörfern rauchen die Köpfe. Die Gemeinden im ländlichen Raum möchten attraktiv bleiben, damit die Einwohner nicht wegen schlechter Lebens- und Arbeitsbedingungen wegziehen. Gerade angesichts der demografischen Entwicklung (weniger Geburten, mehr ältere Menschen) hierzulande, beschäftigt dieses Szenario auch Orte im Amtsbereich Dänischer Wohld. In deren Gemeindevertretungen und Ausschüssen präsentiert die Verwaltung momentan die Idee, eine „Zukunftsstrategie Daseinsvorsorge“ erstellen zu lassen.

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Egal, ob Hühnereier, Milch, Fleisch, Obst oder Gemüse: Auch die Nahversorgung mit regionalen Produkten könnte bei einer Zukunftsstrategie für die Gemeinden im Dänischen Wohld eine Rolle spielen.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. In jedem Dorf drückt der Schuh woanders. „Oft geht es um Mobilität, Nahversorgung, Baugebiete, Infrastruktur und Schulen“, erklärt Dieter Kuhn, Regionalmanager bei der Aktivregion Hügelland am Ostseestrand, die einen Masterplan bereits im Amtsbereich Hüttener Berge förderte. Der Prozess weckte nun das Interesse im Dänischen Wohld. Der Anstoß kam aus Neuwittenbek. „Wir wollen unsere Dorfentwicklung anschieben“, berichtet Bürgermeister Wilhelm Radbruch. Obwohl in dem Ort zunehmend ältere Menschen wohnen, strebe die Gemeinde kein Neubaugebiet an – auch wegen der Erschließungskosten. Lohnen sich stattdessen Baulücken? Falls ja, wo? „Zur Klärung einiger Fragen ist ein Blick von außen sinnvoll“, so der Bürgermeister.

Zudem treibt die Neuwittenbeker der ÖPNV um. „Viele Einwohner, aber auch Schinkeler pendeln zum Arbeiten nach Kiel“, sagt Radbruch. Doch der Zug halte nicht mehr in seiner Gemeinde und die Stadtregionalbahn stehe auf dem Abstellgleis. Was aber wäre, wenn in Neuwittenbek ein Sammelparkplatz (Park-and-ride) für Autos und Fahrräder entstehe? „Vielleicht gibt es dann doch eine Zusteigemöglichkeit“, spekuliert der Bürgermeister auf eine Bahnanbindung.

Wo besteht noch Handlungsbedarf in den Dörfern? Ob Wanderwege, Biotope, Ökostrom oder Gewerbeansiedlungen – die Themenpalette ist breit. Ein Strategiepapier als Denkanstoß? „Manche Schule wird irgendwann nicht mehr ausgelastet sein“, vermutet Kuhn angesichts der demografischen Entwicklung. Die Gebäude könnten sich in Bildungshäuser verwandeln, wo VHS-Kurse laufen oder Vereine untergebracht sind. Ebenso sieht der Tüttendorfer das Strategiepapier als Chance für die Nahversorgung. Kuhn spricht von einem steigenden Interesse an regionalen Produkten wie Milch, Mineralwasser, Eier, Käse, Gemüse, Obst oder Wurst. Eventuell könnten sich hiesige Anbieter vernetzen. „Es geht darum, die Menschen in der Region aufzurütteln“, sagt er.

„Bisher ist die Resonanz gut“, zieht Amtsdirektor Matthias Meins eine Zwischenbilanz. Einige Gemeinden hätten ihr grundsätzliches Interesse am Masterplan signalisiert. Festgeklopft sei aber nichts, das letzte Wort hätten die Gemeindevertretungen. Dann müssten noch die Leistungen festgelegt werden. Je mehr Gemeinden sich beteiligten umso besser. So würden die Kosten für ein Gutachterbüro auf mehr Schultern verteilt. Zuletzt war bei Präsentationen in den Gemeinden von insgesamt rund 55.000 Euro die Rede – eine Schätzung. Allerdings sieht Kuhn gute Chancen auf einen Zuschuss der Aktivregion, wozu aber ein Vorstandsbeschluss notwendig sei.

Sind die Würfel in den Gemeinden gefallen, hält Kuhn den Startschuss zur Erstellung des Masterplans ab Februar 2016 für durchaus möglich. In jedem Ort würden Workshops abgehalten, die Bürger können Ideen für ihr Dorf oder gemeindeübergreifende Vorschläge einbringen.

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