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Neue Pläne für die Villa Hoheneck

Altenholz Neue Pläne für die Villa Hoheneck

Gastwirtschaft, Pensionat, Flüchtlingslager: Die Villa Hoheneck in Altenholz hat viel erlebt. Nun könnte ein neues Kapitel beginnen. Seit Ende 2015 steht fest, dass die Villa trotz maroder Substanz erhalten werden soll. Am kommenden Montag werden Pläne für das Gelände im Bauausschuss vorgestellt.

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Traumhafte Lage: Die Villa Hoheneck mit ihrem auffälligen Turm steht im Altenholzer Ortsteil Knoop, oberhalb des Nord-Ostsee-Kanals.

Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck

Altenholz. Traumhaft thront die 1902/1903 gebaute Villa in Knoop am Ufer über dem Nord-Ostsee-Kanal. Doch innen gleicht das seit etwa zweieinhalb Jahren ungenutzte Gebäude mittlerweile eher einem Albtraum. Durch handwerklichen Pfusch in den vergangenen Jahren gebe es mittlerweile „erhebliche Feuchtigkeit“ in der Villa, erzählt Sven Olsen. Der Erfinder und Projektentwickler hat das Gebäude gerade von Vorbesitzerin Eldrid Wollenhaupt erworben. Sie betrieb dort zuletzt ein Restaurant. „Die Böden wölben sich hoch, die Wände blühen aus, der Schwamm ist drin“, beschreibt der 51-jährige Olsen den Zustand. Dennoch, das versichert er mehrfach im Gespräch, möchte er die Villa, für deren Erhalt sich im vergangenen Jahr viele stark gemacht hatten, sanieren – so, wie es auch der Wunsch von Politik und Verwaltung ist.

 „Man muss die Dinge sehen, wie sie sein könnten“, beschreibt der gebürtige Flensburger eines seiner Lebensprinzipien, das wohl hilft, in dem Gebäude am Friedrich-Voß-Ufer mehr zu sehen als die gegenwärtige Bruchbude. Was genau in der Villa und auf dem Gelände entstehen soll, damit will Olsen noch nicht heraus. Doch es geht in Richtung Wohnbebauung, „maßvoll und zurückhaltend“. So sehen es auch die Vorgaben der von Altenholz beauftragten Stadtplanerin vor.

 Olsen hatte bereits im September Pläne für das etwa 4000 Quadratmeter große Gelände vorgelegt, die zunächst zu einigen Missklängen geführt hatten. Seither scheinen die Zeichen in Altenholz aber auf Annäherung zu stehen, es wurden viele Gespräche geführt. Neuere Ideen für eine zweigeschossige Wohnbebauung stießen bereits im November auf Wohlwollen im Bauausschuss. In der nächsten Sitzung des Gremiums wird Architekt Jens Lassen nun den neuesten Stand präsentieren. Dabei gehe man auch auf Sorgen der Nachbarn ein, erklärt Olsen: „Ich will nicht mit den Leuten streiten, ich will die Villa erhalten.“

 Der hohe, repräsentative Bau soll, so der Eigentümer, künftig wie auf einem Silbertablett über der deutlich kleineren Bebauung drumherum thronen. „Ich würde am liebsten morgen anfangen.“ Doch bis das Baurecht das erlaubt, wird es wohl nächstes Frühjahr werden – vielleicht etwas früher. Mit dieser Perspektive könne er arbeiten, erklärt Olsen. Allerdings: „Irgendwann entscheidet die Villa das selbst“ – sie gleiche einem todkranken Patienten. Vorbesitzerin Wollenhaupt fand es schrecklich, den Verfall des Gebäudes zu beobachten. Deshalb freut sie sich jetzt, „dass die Villa eine Chance bekommt, weiterzuleben“.

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Ein Artikel von
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Redaktion Lokales Kiel/SH

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Foto: Die defekte Wärmedämmung muss fallen. Die Villa Hoheneck soll ihr altes Gesicht wieder bekommen. Aber sie wird nicht mehr allein am Nord-Ostsee-Kanal stehen, wenn der Investor Sven Olsen seine Pläne umsetzt.

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