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Neue Serie: Auf sicherer Spur

Kniffelige Verkehrsfragen Neue Serie: Auf sicherer Spur

Manchmal scheint die Verkehrslage unklar: Wer hat hier Vorfahrt? Wo darf der Radler fahren? Wie vermeide ich Fehler? Altes Fahrschulwissen hilft da nicht immer weiter. Unsere Zeitung klärt in Zusammenarbeit mit dem Polizeirevier Eckernförde in der Serie „Auf der sicheren Spur“ auf.

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Nicht jeder Trecker darf auf der B 76 bei Gettorf trotz Überholverbots passiert werden, wenn die Straße frei ist. Das Schild bezieht sich nur auf Fahrzeug bis Tempo 25. Diesen Traktor darf keiner überholen, wenn wer Höchsttempo fährt.

Quelle: Conelia Müller

Dänischer Wohld. Gleich zwei Situationen aus dem Dänischen Wohld haben Joachim Wulff, stellvertretender Chef des Polizeireviers Eckernförde, bereits beschäftigt: Das Überholverbot auf der unfallträchtigen B76 zwischen Gettorf und Abzweigung B503 (Bäderstraße) in beiden Fahrtrichtungen sowie die Abfahrt B503 auf die Dänischenhagener Straße jeweils in Richtung Dänischenhagen und Strande.

 Fall eins - Überholverbot auf der B76 mit Zusatzschild, das scheinbar alle Trecker davon ausgenommen sind - birgt „für viele Verkehrsteilnehmer eine vermutlich unangenehme Botschaft“, schickt er voraus. Nach zahlreichen tödlichen oder schweren Verkehrsunfällen, in die Überholer verwickelt waren, hatte die Verkehrsaufsicht des Kreises im November 2015 die Notbremse gezogen. Auf der vermeintlich schön geraden Strecke wurde ein Überholverbot verhängt. Die Übersichtlichkeit ist nämlich trügerisch, wie die Unfallzahlen traurig beweisen. Landwirt Hans-Joachim Dibbern, dessen Hof an der Bundesstraße liegt, hat seit 1961 auf diesem Abschnitt 51 Verkehrstote gezählt.

 Ein in der Straßenverkehrsordnung genanntes „Richtzeichen“ (StVO, Paragraf 42) ergänzt das unmissverständliche runde Verbotsschild. Richtzeichen sollen den Verkehr erleichtern. Es zeigt in diesem Fall einen Traktor mit dem Hinweis „dürfen überholt werden“. „Das bedeute aber nicht, dass alle Trecker überholt werden dürfen“, betont Wulff. Das Symbol steht vielmehr für Fahrzeuge, die nicht schneller als 25 Kilometer pro Stunde fahren können oder dürfen. Das gilt für alle Fahrzuge, die so langsam sind, egal ob Mähdrescher, Trecker oder Lastwagengespann.“

 Folglich darf kein Fahrer einen der üblichen großen Trecker, die laut Aufkleber eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Kilometer pro Stunde fahren dürfen, passieren. „Es sei denn, der Zugmaschinenfahrer nimmt aus Rücksicht auf die Autoschlange hinter ihm Gas weg und tuckert entsprechend langsam“, ergänzt der Polizist. „Wenn der Traktorfahrer nett ist, dann fährt er an geeigneter Stelle rechts ran und lässt schnellere Fahrzeug vor“, lautet sein Tipp und Appell. Bei einer Kontrolle gäbe es jedenfalls kein Pardon für überholende Verkehrssünder. 150 Euro Bußgeld und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg wären dann fällig.

 Fall zwei - Abzweigung B503 zur Dänischenhagener Straße - dürfte nicht wirklich überraschen, doch die Einhaltung der klaren Vorfahrtsregel ist schwierig. Das Schild Stopp (StVO, Verkehrszeichen 206) und die durchzogene Linie signalisieren klar, dass alle Fahrzeuge auf der Dänischenhagern Straße Vorfahrt haben und jeder zuerst am weißen Strich stoppen muss. Problem: Wer danach nicht mit der Motorhaube schon auf der Vorfahrtsstraße steht, kann beim Linksabbiegen gar nicht erkennen, ob sich ein Fahrzeug nähert. Wulff: „Hier kann man nur ganz besondere Vorsicht walten lassen. Unser Rat heißt: Tasten Sie sich sehr langsam in die Straße hinein. Da vorfahrtsberechtigte Fahrzeuge hier nur Tempo 50 fahren dürfen, sollten auch diese Fahrer auf die eventuell unklare Situation vorbereitet und bremsbereit sein. Kracht es, wird die Schuld in jedem Fall zuerst beim Abbieger gesucht.“

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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