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Geblieben sind ihre Schuhe

Stipendiaten im Künstlerhaus Geblieben sind ihre Schuhe

Das schleswig-holsteinische Künstlerhaus in Eckernförde ist bei Stipendiaten gefragt. Als neuer Stipendiat wurde am Freitag, 30. Oktober, der Berliner Artur Dziuk begrüßt, der in Eckernförde an seinem Roman arbeiten wird. Nach einer Pause erneut zu Gast ist die Iranerin Sana Ghobbeh.

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Artur Dziuk aus Berlin ist neuer Stipendiat für Literatur im Eckernförder Künstlerhaus. Die Iranerin Sana Ghobbeh setzt ihr Stipendium in bildender Kunst nach kurzer Pause bis Ende Dezember fort.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Ghobbeh hatte zuletzt im Ostseebad mit ihrer Strand-Performance Rot hinterlässt keine Spuren aufmerken lassen und griff dabei das Thema Flüchtlingsleid auf. Nach einem Zwischenaufenthalt in Teheran, um ihr Visum zu verlängern, ist die 21-Jährige jetzt wieder bis Dezember zu Gast im Künstlerhaus. Hier arbeitet sie an einem Video zur Emigrationsproblematik, zum Aus- und Eingrenzen mit Fokus auf die Kieler Zwischenaufnahme im ehemaligen C&A-Gebäude.

 Im Rahmen der „Vier langen Nächte“ stellt sich Ghobbeh am Sonnabend, 28. November, mit der Aktion Ich habe meine Schuhe zurückgelassen vor. Die Installation im Künstlerhaus (22-24 Uhr) besteht aus Fotos von einem Paar Schuhe an öffentlichen Orten in europäischen Städten. Es stammt von einer Künstlerfreundin aus Syrien, die aus Europa zurück ins Kriegsgebiet musste, und steht symbolisch für ihre Abwesenheit. Das von Passanten beobachtete Schuh-Shooting wurde für Ghobbeh selbst zu einer Performance.

 Neuer Stipendiat in der Ottestraße 1 ist Artur Dziuk. Der 32-jährige gebürtige Pole zog mit seiner Familie bereits im Alter von fünf Jahren nach Berlin. In Hildesheim und Leipzig studierte er Literarisches Schreiben. In seinem Erstlingsroman mit dem Arbeitstitel Aller Abend Tage konzentriert er sich auf Entwicklungen der Gegenwart. Sein Roman handelt von vier jungen Leuten, die ein Gerät erfinden, das interne Körperdaten misst und daraufhin Entscheidungsempfehlungen gibt. Selbstoptimierung und Fremdbestimmung des modernen Menschen sind Aspekte, die Dziuk in seiner Arbeit aufgreift.

 In den zwei Monaten in Eckernförde findet er Ruhe zum Arbeiten. „Nach vielen Stunden Schreiben mal ans Meer gehen und durchatmen – das ist besser, als in Berlin auf Häuserwände zu gucken“, sagt Dziuk. Manche Ex-Stipendiaten kehrten sogar auf eigene Kosten nach Eckernförde zurück, um hier in freien Zeiten kreativ zu werden, weiß Johannsen. Für das kommende Jahr liegen nach Angaben der Fördervereinsvorsitzenden bereits über 200 Bewerbungen für die zehn bis zwölf zu vergebenden Plätze vor. Eine ehemalige Literaturstipendiatin, Sabine Raml, wird im Rahmen der „Vier langen Nächte“ am Sonnabend, 7. November, 23 Uhr, im Künstlerhaus aus ihrem Debütroman lesen.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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