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Eine Chance für die Eiche

Dänischenhagen Eine Chance für die Eiche

Aufatmen in Dänischenhagen: Die schon totgesagte grüne Lunge der Dorfmitte, die 250 Jahre alte Eiche mit dem 25 Meter breiten Blätterschirm, hat nach einem neuen Gutachten Überlebenschancen. Allerdings braucht sie eine Kur mit Nachsorge. Der 18 Meter hohe Riese ist auch außerhalb der Gemeinde ein Begriff. Er steht exponiert an der Hauptkreuzung der Dorfstraße.

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Dänischenhagen atmet auf: Die angegriffene 250 Jahre alte Eiche im Dorfmittelpunkt hat nach dem jüngsten Gutachten doch noch eine realistische Chance.

Quelle: Cornelia Müller

Dänischenhagen. Ende Mai waren Bürgermeister Wolfgang Steffen (CDU) und alle Gemeindevertreter geschockt, als sie das erste Baumgutachten erhielten: Dem Wahrzeichen, das wie der Schutzgeist der alten Bausubstanz und der benachbarten Kirche wirkt, sprach der zuerst beauftragte Baumfachmann die Standfestigkeit ab. Und einen weiteren Rückschnitt werde dieser Baum nicht mehr vertragen, schrieb er. Also empfahl er die „schnellstmögliche Baumfällung“. „Seitdem werde ich ständig gelöchert, ob man die Eiche nicht doch irgendwie retten kann“, bestätigt Steffen. „Dänischenhagen ist regelrecht in Aufruhr.“ So gab er Anfang Juni ein zweites Gutachten in Auftrag, das die Gemeindevertreter, ohne mit der Wimper zu zucken, absegneten. „Wir wollten ganz sicher sein, bevor wir so ein Juwel der Säge überlassen.“

 Die Erleichterung steht Steffen ins Gesicht geschrieben, als er die zweite Expertise verliest. „Die Vitalität, also die Lebenskraft, eines Baumes, muss getrennt von der Statik untersucht werden“, schreibt der sachverständige Ingenieur für Bäume darin. Erstere beurteilt er auf der Skala von null bis vier mit den Vitalitätsstufen eins bis zwei, also leicht eingeschränkt bis eingeschränkt. Trieblängenwachstum und -verzweigung seien nur leicht eingeschränkt. Den kurmäßigen Rückschnitt um zwei Meter im Kronenbereich hält er für vertretbar.

 Mehr Kopfzerbrechen macht auch ihm der Pilzbefall mit Wulstigem Lackporling, der auch zur Weißfäule im Wurzelstock führt. Diese „Erweichung“ führe allerdings nicht dazu, dass ein geschädigter Baum plötzlich und ohne eindeutige Warnsignale umfällt. Seine schalltomografische Untersuchung ergab zum Glück „keine stammumfassende Holzzersetzung“ durch den Pilz, sondern nur ein größeres angegriffenes Areal am nordwestlichen Stammfuß. Sein Vorschlag: Nach dem Schnitt Reinigung der Baumlüfter unter der Krone, mindestens jährliche Nachkontrolle und eine umfassende Nachuntersuchung nach zwei Jahren. „Die alte Eiche hat eine extrem hohe optische und kleinklimatische Funktion und ist unbedingt erhaltungswürdig“, lautet sein Fazit.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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