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Neues Zuhause für die Meerforelle

Eckernförde Neues Zuhause für die Meerforelle

Die Meerforelle soll wieder nach Eckernförde zurückkehren. Aus vielen Flüssen und Bächen Mitteleuropas ist der Fisch bereits verschwunden. Im Ostseebad möchte man ihm das Aufsteigen in Laichgewässer wieder ermöglichen.

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Im neuen Bachauslauf sollen künftige Meerforellen zum Ablaichen aufsteigen können. Die Arbeiten für die dafür erforderliche „Gleite“ laufen derzeit auf Hochtouren.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde.  Derzeit laufen am Auslauf des Möhlwischbachs im nördlichen Stadtteil Borby die Arbeiten für eine sogenannte Sohlgleite auf Hochtouren.

 Diese künstliche Stromschnelle verlangsamt die Fließgeschwindigkeit des Wassers und bietet der Meerforelle Aufstiegshilfen. Denn das Feuchtgebiet hinter dem Bachauslauf ist durch eine Sohlschwelle aufgestaut, damit es wieder vernässt. Durch das Ausbaggern des Jachthafens war in den 70er Jahren das untere Möhlwischtal mit Sand und Schlick verfüllt worden, der Bach darunter wurde in ein Rohr gezwängt. Bei einer späteren Renaturierung der Feuchtfläche und Öffnung des Baches musste der untere Verlauf eingestaut werden, da sich das Gelände durch die Aufschüttung erhöht hatte. Die Folge: „Der Unterlauf wurde vom Einstau abgetrennt“, so der städtische Naturschutzexperte Michael Packschies. Meerforellen können nicht in den Bach aufsteigen.

 Die neue Sohlgleite soll ihnen jetzt wieder den Weg bahnen. Nach Angaben von Dirk Petersen, Wasserbauingenieur im Tiefbauamt der Stadt, erhält die Anlage dafür eine leichte Neigung von 1,8 Prozent. Auf rund 52 Metern Länge schlängelt sich der neue Bachverlauf bis zur Uferstraße. Sechs Meter Rohr wurden aufgenommen, ein neues Böschungsstück eingebaut und Eichenpfähle für die Einstauung gesetzt. Eine Steinschüttung bildet in diesem Bereich das neue Bachbett. Abschließend kommen noch sogenannte Störsteine hinzu, die die Fließgeschwindigkeit zusätzlich reduzieren.

 Nach Angaben von Schachtmeister Sönke Jipp von der Gettorfer Baufirma Sievertsen ist die Sohlgleite inzwischen zu rund 60 Prozent fertiggestellt. In Kürze könnte die neue Bachschleife „in Betrieb“ genommen werden. Meerforellen sollen in Eckernförde aber nicht nur im Möhlwischbach zum Laichen wieder aufsteigen. Auch im Lachsenbach will die Stadt dafür die Voraussetzungen schaffen. Ein entsprechender Bebauungsplan befindet sich derzeit noch im Verfahren. Laut Packschies müsste dafür der Bach in der Karlstraße geöffnet und mit einem Gitterrost abgedeckt werden. Denn Licht und Luft sind für den Laicherfolg wichtig. Anwohner haben nach seinen Angaben schon jetzt einzelne große Fische in der Strömung stehen sehen. Auch ein paar Jungforellen wurden schon nachgewiesen.

 Für den Möhlwischbach ist ebenfalls eine Öffnung des letzten verrohrten Teilstücks auf dem Segelclub-Gelände geplant. Auch hier könnte ein Gitter den Bach überdecken, aber dennoch Luft und Licht heranlassen. Schon bald könnten sich dann Meerforellen in Eckernförder Fließgewässern wieder zu Hause fühlen.

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Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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