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Windenergiepläne heizen Gerüchteküche an

Neuwittenbek Windenergiepläne heizen Gerüchteküche an

Die Windenergieplanung der Landesregierung Schleswig-Holstein sorgt in Neuwittenbek für Wirbel: „Das Thema hat uns kalt erwischt“, gestand Wilfried Johst (SPD) am Mittwochabend im Bauausschuss. Zu den sogenannten Abwägungsbereichen im Kreis Rendsburg-Eckernförde gehört auch das Gebiet Warleberger Mühle.

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Gibt es grünes Licht für Windkraftanlagen? Die Landesplanung sorgt im Dorf schon jetzt für Diskussionen.

Quelle: Jan Torben Budde

Neuwittenbek. Jetzt brodelt im Dorf die Gerüchteküche. Laut „Buschtrommeln“, wie der Ausschussvorsitzende berichtete, ist von einem Windpark mit sechs Anlagen die Rede. Ein Planungsbüro habe bereits erste Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt.

Landwirt Henrik Buchenau bestätigte diese Aussage. „In einer Veranstaltung wurden uns die Möglichkeiten vorgestellt“, berichtete der 50-Jährige. Aber noch steht der Regionalplan nicht. „Man redet hier über ungelegte Eier“, sagte Sönke Jacobsen vom Amt Dänischer Wohld. Voraussichtlich im Sommer stehe die Entscheidung fest. Sollte die Neuwittenbeker Fläche tatsächlich im Regionalplan berücksichtigt werden, dürften Gemeinde und Träger öffentlicher Belange aber noch Stellungnahmen abgeben.

„Mir fällt es schwer, die Füße stillzuhalten“, sagte Johst. Er habe grundsätzlich nichts gegen Windkraftanlagen, dass aber der Mindestabstand nur 400 Meter zu Einzelhäusern oder Siedlungssplittern betragen müsse, bereitete nicht nur ihm Bauchweh. Laut Jacobsen gibt es gewisse Tabu-Kriterien, woran Windkraftpläne scheitern können. Der Ausschuss will daher vorbeugen: Das Amt wurde mit der Suche nach Fachbüros beauftragt, die solche Vorhaben prüfen.

Erneut beschäftigte den Ausschuss die Klaus-Stein-Halle. Angesichts schlechter Dämmung, Feuchtigkeit und Rissen im Beton hatte das Gremium schon im Dezember eine Beschlussempfehlung für eine energetische Sanierung gegeben. Laut Planer Wolfgang Miethke liegen die Kosten bei rund 300000 Euro. Jetzt fasste der Ausschuss einen Grundsatzbeschluss, dass zudem die Modernisierung der etwa 25 Jahre alten Heizungsanlage geprüft werden soll. „Ihr Wirkungsgrad ist zu gering“, sagte Dirk Uecker (CDU), „eine Erneuerung steht an.“ Auch Johst sprach sich für ein „Doppelpack“ mit Halle und Heizung aus. Denn laut Planer ist die Wahrscheinlichkeit größer an die gewünschte Förderung von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) zu gelangen, wenn die alte Anlage, die auch Schule und Kindertagesstätte mit Wärme sorgt, modernisiert wird.

Schon wegen des Zuschusses ist ein Umstieg auf erneuerbare Energie geplant. Im Gespräch sind Pellets, Erdwärme oder Gas. Ein Fachbüro soll prüfen, was eine Modernisierung kostet. Ein Hallenneubau war indes schnell vom Tisch. Miethke veranschlagte die Kosten mit 607000 Euro – ohne Abbruch. Zudem müsse ein neuer Standort her, so Johst, weil ein Neubau größer ausfallen würde und dann die Parkplatzzufahrt verbaut wäre.bud

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