21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Vereinbarung hat nur Gewinner

Neuwittenbek Vereinbarung hat nur Gewinner

Die Neuwittenbeker Kita Lütt Wittenbeker kann trotz rückläufiger Kinderzahlen vorerst mit drei Gruppen weitergeführt werden. Möglich wird dies durch eine interkommunale Vereinbarung mit Gettorf.

Voriger Artikel
Investoren zeigen Interesse
Nächster Artikel
So wohnen die Flüchtlinge

Fröhliche Gesichter in der Sonnenscheingruppe der Lütt Wiittenbeker: Kita-Mitarbeiterin Lilo Thorhauer mit Jannes (links) und Tammo (beide drei Jahre alt).

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Neuwittenbek. In der zentralen Wohldgemeinde fehlen zum neuen Kindergartenjahr bekanntlich bis zu 80 Betreuungsplätze. Als Ausweichmöglichkeit stellt Neuwittenbek der Gemeinde Gettorf, zunächst befristet für ein Jahr, 18 Ü3- und zwei U3-Betreuungsplätze für den Zeitraum von 8 bis 16 Uhr zur Verfügung. Der Sozialausschuss segnete diese Vereinbarung am Dienstagabend einstimmig ab.

 Die Modalitäten hatten Neuwittenbeks Bürgermeister Wilhelm Radbruch (WdGN) und sein Stellvertreter Bernd Brandenburg (SPD) mit dem Gettorfer Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) ausgehandelt. An dem Gespräch hatte auch Büroleiter Tomas Bahr vom Amt Dänischer Wohld teilgenommen. Er sprach am Dienstagabend von einem „fairen Verhandlungsergebnis“. Ähnlich positiv äußerten sich die Sozialausschussmitglieder.

 Fakt ist: Neuwittenbek profitiert davon, dass Gettorf in Sachen Kinderbetreuung in Not ist. „Ohne die jetzt getroffene Vereinbarung mit Gettorf würden die Kosten für die Kita in Neuwittenbek explodieren“, machte Tomas Bahr deutlich. Der Grund: Aus der Gemeinde selbst kommen immer weniger Anmeldungen, und das bei gleichbleibenden oder sogar steigenden Kosten. „Normalerweise hätten wir die zweite Ü3-Gruppe in der Kita nach den Sommerferien kaum noch halten können“, sagte Ausschussvorsitzender Bert Schinkel-Momsen (WdGN). Dank der Vereinbarung mit Gettorf könne die Kita in ihrer bestehenden Form vorerst über Wasser gehalten werden – und damit ein Konstrukt, das nach Meinung Schinkel-Momsens „ziemlich klasse“ ist. Lütt Wittenbekker, dies sei der „letzte Ganztagskindergarten vor der Kieler Stadtgrenze mit tollem Personal, engagierten Eltern, aufgeweckten Kindern und einer Grundschule direkt nebenan“.

 Die Vereinbarung mit Gettorf sieht vor, dass Gettorf die anfallenden Personal- und Sachkosten für die ihr zur Verfügung gestellten Betreuungsplätze übernimmt – und zwar auch dann, wenn das Kontingent nicht voll ausgeschöpft werden sollte. Für den Fall, dass Gettorf über den vereinbarten Zeitraum von einem Jahr hinaus Bedarf an Kita-Ausweichplätzen haben sollte, ist vorgesehen, dass der Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert wird.

 Georg Cassel (SPD) hob hervor, dass die interkommunale Vereinbarung auch dem Kita-Personal zugute komme, da die Mitarbeiterinnen jetzt erst einmal Sicherheit hätten. Für den Fall, dass die Ausweichkinder aus Gettorf nach Fertigstellung der Kita-Neubauten in ihrer Heimatgemeinde betreut werden können, wird den dann in Neuwittenbek nicht mehr benötigten Mitarbeiterinnen zugesichert, dass sie in den Personalbestand der Gemeinde Gettorf übernommen werden.

 In der Sozialausschusssitzung wurde dem Kita-Team dafür gedankt, dass es sich nicht am Streik beteiligt und den Eltern damit große Unannehmlichkeiten erspare. Die Folgen des Streiks wird jedoch auch Neuwittenbek mittragen müssen. „Auf uns kommen durch den Tarifabschluss jährliche Mehrkosten von mindestens 30000 Euro zu“, sagte Georg Cassel. Schon jetzt – das wurde am Mittwochabend erneut deutlich – sind für die Gemeinde die Kosten für die Kinderbetreuung kaum noch zu schultern, da die Zuschüsse längst nicht in dem Maße fließen, wie es notwendig wäre. „Von 2009 bis 2014 haben sich die Kosten für die Kinderbetreuung verdoppelt“, rechnete Tomas Bahr vor. Das Defizit habe sich sogar mehr als verdoppelt. Und das Ende der Fahnenstange sei noch nicht erreicht.

 Allen Teilnehmern der Sozialausschusssitzung dürfte am Ende des langen Abends klar geworden sein, dass eine erneute Anhebung der Kita-Gebühren nur noch eine Frage der Zeit ist.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3