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Museum und Archiv eröffnet

Noer Museum und Archiv eröffnet

Alte Radios, Waschbrett, Schallplatten, Sensen oder historische Fotos vom Dorfleben: Wer einen Blick ins Museum und Archiv der Gemeinde Noer wirft, begibt sich auf eine Reise in längst vergangene Tage. Zur Eröffnungsfeier am vergangenen Sonntag kamen rund 40 Besucher ins Sportheim Lindhöft.

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Eine Abteilung des Museums ist der Hauswirtschaft gewidmet: Elisabeth Tietz präsentiert Besucher Peter Niebuhr einen historischen Fleischwolf und einen Schlachterkittel, den ihr Vater früher trug.

Quelle: Jan Torben Budee

Noer. „Das Ziel ist es, möglichst Bilder, Dokumente und Gegenstände zusammenzutragen, die eine Beziehung zu unserer Gemeinde, zu den Einwohnern unserer Gemeinde in Vergangenheit und Gegenwart, haben“, erklärte Archivar Peter Schoß in der kleinen Feierstunde mit Sekt und Orangensaft. Schon seit 40 Jahren widmet sich der ehemalige Sonderschulrektor der Dorfgeschichte. Nach seiner Schätzung sind in diesem Zeitraum über 1500 Objekte zusammengekommen, die überwiegend von Bürgern aus der Gemeinde stammen.

Zunächst hatte Schoß die Exponate bei sich zu Hause im Arbeitszimmer und Keller verwahrt. Nachdem am Sportheim ein Anbau entstanden war, öffnete dort im November 2000 der Archivraum. „Doch der wurde immer voller“, dachte der 80-Jährige zurück. Die Lösung des Problems: Mit dem Abschluss der energetischen Sanierung des Sportheims erhielten Archiv und Dorfmuseum einen zweiten Raum hinzu, wo sich vorher ein Lager befunden hatte. Schoß: „Dafür sind wir dem Sportverein sehr dankbar.“ Er dankte zudem der Gemeinde, Helfern und den Spendern für die Unterstützung.

Die liebevolle Gestaltung des neuen Raumes im Erdgeschoss hat übrigens Elisabeth Tietz übernommen, die als Dekorateurin tätig war. Bei einem Rundgang gerieten die Besucher ins Staunen. Einige Exponate stammen aus der Hauswirtschaft, darunter befinden sich alte Waffeleisen, ein Bügeleisen aus dem 18. Jahrhundert oder ein Fleischwolf. „Der Schlachterkittel ist noch von meinem Vater“, verriet die 66-Jährige schmunzelnd. „Die Ausstellung ist sehr gelungen“, lobte Besucher Peter Niebuhr aus Lindhöft. Die Eindrücke weckten Erinnerungen an die Kindheit. „Solch einen Fleischwolf hat meine Oma auch benutzt“, so der 56-Jährige.

Die Exponate sind mit kleinen Zetteln versehen, worauf die Namen der Spender notiert sind. Eine alte Reise-Kardätsche (Haarbürste) stammt noch von der vor wenigen Jahren verstorbenen Ehrengard Gräfin zu Rantzau, Jahrgang 1906, die in der Gemeinde lebte. Daneben ist ein eleganter Gehrock aus dem 19. Jahrhundert zu bewundern.

Im Obergeschoss des Sportheims präsentierte Archivar Schoß unter anderem landwirtschaftliche und handwerkliche Geräte wie Sensen, Sägen und Schaufeln. Aber auch Computer aus den 80er Jahren, eine historische Schulbank sowie ein Gewehr werden dort ausgestellt. An der Wand dokumentieren Fotos und Abbildungen die Geschichte des Dorfes, darauf sind Adelige wie die zu Rantzaus und „de eenfachen Lüüd“ wie Landarbeiter oder Feuerwehrleute zu sehen.

Noers Bürgermeisterin Sabine Mues dankte den Helfern für die engagierte Arbeit: „Um so etwas beneiden uns viele Gemeinden.“

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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