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Bezahlbares Wohnen mit Wasserblick

Eckernförde Bezahlbares Wohnen mit Wasserblick

Wohnen im Zentrum der Stadt, nur wenige hundert Meter von der Fußgängerzone entfernt, teilweise mit Blick aufs Wasser – derlei gefragte Quartiere sind zumeist nur für gut Betuchte zu haben. Beim städtebaulichen Entwicklungsprojekt „Binnenhafen – Nooröffnung“ in Eckernförde ist das komplett anders.

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Der Markant-Markt (rechts mit hellem Dach) wurde bereits abgerissen. Der Aldi-Markt (links davon) soll folgen. Auf der rund 1,6 Hektar großen Fläche im Innenstadtbereich von Eckernförde werden in den nächsten Jahren zwischen 50 und 70 Mietwohnungen entstehen.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Auf dem rund 1,6 Hektar großen Gelände zwischen Noorstraße, Reeperbahn und Schulweg sowie an der Wasserseite der Gaehtjestraße sollen zwischen 50 und 70 Wohnungen entstehen. Rund ein Viertel davon sozial gefördert, teilweise barrierefrei und allesamt zur Vermietung. Einen entsprechenden Beschluss fasste jetzt der städtische Hauptausschuss.

Dort, wo sich noch der Aldi-Markt sowie das Parkdeck befinden und wo bis vor wenigen Wochen der Markant-Markt stand, planen Politik und Verwaltung in enger Zusammenarbeit mit dem Sanierungsträger BIG-Städtebau seit April 2008 ein neues, attraktives und vor allem auch erschwingliches Wohnquartier.

Im August 2010, also gut zwei Jahre nach Beginn der Planungen, erhielt das richtungsweisende Projekt ein Gesicht: Aus einer Vielzahl von eingereichten Entwürfen ging das Lübecker Architekten- und Stadtplanungsbüro Petersen, Pörksen, Partner als Sieger hervor. Vor allem die Idee, Wohnraum zu schaffen rund um ein künstlich angelegtes Gewässer, das die Öffnung vom Eckernförder Innenhafen hin zum Windebyer Noor symbolisieren soll, fand seinerzeit großen Zuspruch. Um das umzusetzen, soll die Reeperbahn verschwenkt und der Verkehr über den Steindamm geführt werden.

Dies wiederum wurde im Laufe der vergangenen Jahre vor allem aus den Reihen des Bürger-Forums und der Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ kritisiert und führte zu einer Verzögerung der Planungen, die nun jedoch vor dem Abschluss stehen. Eine im Februar 2015 gegründete interfraktionelle Arbeitsgruppe „Nooröffnung“ hat ein Nutzungskonzept erarbeitet und in vier gemeinsamen Sitzungen Empfehlungen ausgesprochen, die Grundlage für ein zweistufiges Vermarktungsverfahren mit integriertem Gestaltungswettbewerb und Nutzungskonzept sind. Der Arbeitsgruppe gehören Mitglieder aller im Rat vertretenen Parteien, Bürgervorsteherin Karin Himstedt, Bürgermeister Jörg Sibbel sowie Projektleiterin Alexandra Dahmen von der BIG Städtebau an.

Letztgenannte stellte dem Ausschuss nun die Empfehlungen der Arbeitsgruppe vor, die mit großer Mehrheit beschlossen wurden. Unter anderem sehen diese Empfehlungen vor, dass sich Investoren für ein oder mehrere Baufelder bewerben können und dass mindestens 25 Prozent der Wohnfläche als sozial geförderter Wohnungsbau mit einer Mietobergrenze von 5,20 Euro zu erstellen sind. Außerdem soll eine nicht exakt festgelegte Anzahl von Wohnungen barrierefrei sein.

 Nach einer Abstimmung mit dem Innenministerium, das sich zu zwei Dritteln an den Gesamtkosten des Projektes beteiligt, können Investoren auf Grundlage dieser Empfehlungen ihre Entwürfe einreichen. Anhand einer Bewertungsmatrix soll dann von einer Jury entschieden werden, an wen die Grundstücke zur Bebauung vergeben werden.

 Der weitere Zeitplan: Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau eines neuen Parkdecks an der Nordseite der Noorstraße begonnen werden. Frühestens 2018 ist mit der Fertigstellung der ersten Wohnungen im neuen Eckernförder Innenstadtquartier zu rechnen.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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