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Faszinierende Bilder aus der Kälte

Eckernförde Faszinierende Bilder aus der Kälte

Mächtige Eisbären, die kämpfen, dass der Schnee stiebt. Putzige Bärenjunge, die fürsorglich von der Mutter umhegt werden. Der Blas eines Blauwals, der im Licht der untergehenden Sonne aufleuchtet. Die Faszination der Arktis hat Norbert Rosing, einer der weltweit bestrenommierten Naturfotografen, in seinen Bildern eingefangen.

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33 Impressionen aus der Arktis: Das Museum präsentiert herausragende Fotografien der Tierwelt und der Landschaft.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. 33 großformatige Prints sind jetzt im Eckernförder Museum zu sehen. Die Ausstellung Eisige Welten – Im Reich der Eisbären ist zudem der fotografische Auftakt des Naturfilmfestivals Green Screen im September.

Norbert Rosing selbst, der zur Eröffnung Sonntagabend anwesend sein wollte, war kurzfristig verhindert. Der Fotograf musste Termine auf Spitzbergen wahrnehmen. Milder als dort sind die Ausstellungsräume temperiert, durch die der Hauch des Nordmeers weht. Über Jahre hinweg zog es Rosing in den kleinen Ort Churchill an der kanadischen Hudson Bay, wo er zu verschiedenen Jahreszeiten die Landschaft und ihre Tiere fotografierte. Neben Robben und Meeresvögeln stand der Eisbär ganz oben auf seiner Liste. Nicht ohne Grund: Das größte an Land lebende Raubtier ist ein besonderer Indikator für die Gefährdung der Arktis durch den Menschen.

Bei der Ausstellungseröffnung erinnerte Bürgervorsteherin Karin Himstedt daran, dass Rosing nicht nur durch seine Fotos einen Appell an den Betrachter sendet, sorgsam mit der Natur umzugehen. Er setzt sich auch als UN-Botschafter aktiv für den Erhalt der Artenvielfalt ein. „Rosing vermittelt Respekt vor der Natur“, sagte Dagmar Weinberger vom Green-Screen-Vorstand. Bei dem Naturfilmfestival war vor einigen Jahren ein Eisbärfilm „der Renner“ bei den Schulklassen. Auch dieses Jahr gebe es wieder eine Dokumentation über den ungekrönten Herrscher des Polarreichs, kündigte sie an.

Ihn in spektakulären Bildern vor die Kamera zu bekommen, bedarf enormer Anstrengungen, viel Geduld und eines Quäntchen Glücks. „Rosing ist ein Wahnsinniger“, beschreibt der Eckernförder Geo-Fotograf Heinz Teufel seinen Kollegen. Bei Minus 30 Grad sei ihm in Churchill einmal das metallene Kameragehäuse an der Wange festgefroren. Naturfotografie auf dem Niveau Rosings ist nach Teufels Auffassung nur möglich, „wenn man absolut Dienender ist“.

Dabei ist die Arktis längst in den Fokus wirtschaftlicher Ausbeutung gerückt. Teufel warnte vor dem Klimawandel und seinen Folgen: Abschmelzen des Polareises, Anstieg des Meeresspiegels und Veränderung des Golfstroms, der West-Europa bislang ein mildes Klima beschert. Mit der eisfrei werdenden Nordwestpassage kämen die Investoren, der Rohstoffabbau und die Umweltverschmutzung. Ein Leidtragender ist der Eisbär: Je weniger Küsteneis es gibt, umso schwieriger wird für ihn die Robbenjagd, die ihn ernährt.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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