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Der Wiese eine Chance geben

Neues Konzept für Bürgerpark Der Wiese eine Chance geben

Ungepflegt oder biologische Artenvielfalt? Die Meinungen über das neue ökologische Grünkonzept der Stadt Eckernförde gehen mitunter auseinander. Landschaftsarchitekt Rüdiger Ziegler erläuterte im Umweltausschuss die Hintergründe für die neue Pflege von Bürgerpark und Randstreifen B76.

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Der Bürgerpark ist ein Durchgangspark. Derzeit präsentiert er sich im satten Grün. Im Frühjahr wird mit der Krokusblüten wieder ein Farbenspiel beginnen, in das viele heimische Pflanzenarten einstimmen.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Ziegler konnte damit auch die CDU überzeugen. Die Fraktion zog einen Antrag, die Intervalle des Mähens im Bürgerpark zu erhöhen, zurück.

 Intensive Landwirtschaft, monotone Gartengestaltung – immer mehr heimische Pflanzenarten befinden sich auf dem Rückzug. Im Eckernförder Bürgerpark solle sie sich entwickeln und blühen können. Damit erfreuen sie auch das Auge des Spaziergängers, denn die Blüten einer Blumenwiese sind farbenfroh. Erst sind es die Krokusse, die im Frühjahr ein leuchtendes Violett erzeugen. Dann folgen der Goldhahnenfuß und das schon selten gewordene Wiesenschaumkraut. Es schließen sich der scharfe Hahnenfuß und die weiße Taubnessel an. „In zwei bis drei Jahren haben wir hier ein wogendes Blütenmeer“, ist Ziegler überzeugt.

 Viele Bestände müssen noch wachsen. Doch schon jetzt bieten die Pflanzen Nahrung für eine Vielzahl von teils raren Insekten. Es sei schon der Aurorafalter gesichtet worden, freute sich der Pflanzenexperte. Nach seiner Beobachtung würden viele Passanten die natürliche Blütenvielfalt schätzen. Für Kritik habe eher der neu angelegte Weg gesorgt, den ein Sturzregen wieder ausgewaschen hatte. Laut Axel Sperber vom Tiefbauamt sollen jetzt Querrinnen eingearbeitet werden. „Ganz werden wir Auswaschungen aufgrund des Gefälles nicht verhindern können. Dann muss nachgearbeitet werden.“

 Zum Bewuchs warnte Ziegler vor einer zu frühen Bilanz. „Eine Wiese braucht mindestens drei Jahre, um sich zu entwickeln. Pflanzen benötigen Zeit.“ Rainer Bosse (SSW) appellierte: „Geben wir der Wiese ein Chance.“ Demnächst sollen auch Info-Tafeln aufgestellt werden, die die Besonderheiten der Vegetation erläutern. Weitere Anpflanzungen von Gehölzen für ein harmonisches Gesamtbild und ein Insektenhotel sind geplant. Das überzeugte auch die CDU: Ein Antrag, die Mäh-Intervalle im Bürgerpark zu erhöhen, wurde zurückgezogen. Für Unmut sorgten im Ausschuss Trampelpfade, die sich von den Häusern am Mühlenberg zum Park-Weg ziehen.

 Ein Prototyp ist der Dünenstreifen entlang der B76 Richtung Kiel. Er soll den Pflegeaufwand vermindern und den Besucher auf das Meer einstimmen. Die rosa Hauhechel, die blaue Wegwarte, die gelbe Goldrute und der blaue Strandhafer wachsen hier. Schon jetzt bedeckt der Bewuchs einen Großteil des Sands. Ziegler geht davon aus, dass in ein bis zwei Jahren Sandflug kein Thema mehr sein wird. Ein Problem bleiben die Linden an der B76. Streusalz im Boden und eine in Sand eingelassene Druckrohrleitung unter den Wurzeln beeinträchtigen ihren Wuchs.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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