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Bürger fordern mehr Sicherheit

Offener Brief an Albig Bürger fordern mehr Sicherheit

Ein Einbruchsversuch und ähnliche Vorfälle im Umkreis ließen Heike und ihren Mann Utz Schliesky (49) aus Dänischenhagen aktiv werden. „Wir fühlen uns nicht mehr sicher“, offenbart die 44-Jährige nach einem gescheiterten Einstieg in ihr Haus am zweiten Weihnachtstag. Danach verfasste das Ehepaar einen offenen Brief an die Landesregierung.

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Zwar schließt die geflickte Terrassentür jetzt wieder, doch das Gefühl der Ohnmacht nach dem gescheiterten Einbruchsversuch ist bei Heike Schliesky in Dänischenhagen geblieben. Sie gehört zu den 80 Bürgern, die den Appell an die Landesregierung unterzeichnet haben.

Quelle: Rainer Krüger

Dänischenhagen/Kiel. Binnen drei Tagen wurde das Schreiben von 80 besorgten Bürgern aus der Nachbarschaft und der Region unterschrieben. Eindringlich bitten die Unterzeichner Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) „konkrete Maßnahmen in die Wege zu leiten, die unser Vertrauen in den Schutz unserer Sicherheit durch die staatlichen Organe wiederherstellen.“

 Um 18.15 Uhr am 26. Dezember war es für die Schlieskys und ihre beiden Kinder mit der Festtagsfreude vorbei. „Die Einbrecher haben unsere Terrassentür anscheinend so mit einem Schraubenzieher bearbeitet, dass sie einzelne Glasstücke herausnehmen konnten. Als sie durch das Loch griffen, löste der Alarm aus“, berichtete Heike Schliesky beim Betrachten des inzwischen wieder zusammengeklebten Eingangs. „Auch in zwei Häusern der direkten Nachbarschaft waren zur Adventszeit Einbrecher“, sagt sie. Sie und ihr Mann, Direktor des Schleswig-Holsteinischen Landtags, verweisen im Brief zudem auf die gestiegene Zahl von Einbrüchen in Altenholz, Heikendorf, Strande sowie in den Kiels Stadtteilen Friedrichsort und Schilksee.

Schliesky vermutet Bandenkriminalität

 Nach Gesprächen mit der Polizei geht Heike Schliesky von Bandenkriminalität aus. Was die Unterzeichner im Brief zudem beschreiben: „Ermittelnde Polizeibeamte äußern Hilflosigkeit gegenüber dieser Bandenkriminalität, da die Polizei aufgrund der Überlastung mit sachfremden Aufgaben nicht über die nötige Personalstärke an den hiesigen Kriminalitätsschwerpunkten verfügt.“ Weiter heißt es: „Wir kritisieren nicht die Polizei, die das in ihrer Macht Stehende gegen die Einbruchskriminalität unternimmt, sondern die fehlende Ausstattung der Polizei mit den Möglichkeiten, die sie zur Eindämmung dieser Kriminalität benötigt.“

Dass Bürger, wie in anderen Orten auf eigene Kosten private Sicherheitsdienste beschäftigen, entspreche nicht ihren Vorstellungen „von innerer Sicherheit“. Vielmehr befürchten die Verfasser, dass dann in „sehr kurzer Zeit das grundlegende Vertrauen in den Staat und seine Repräsentanten verloren geht.“ Auch anscheinend fehlende Absprachen zwischen Polizei, Justiz und Ausländerbehörden im Umgang mit festgenommenen Tätern werden kritisiert. Heike Schliesky versteht das Schreiben als Alarmruf. Nach Angaben der Polizei gab es vom 26. bis 30 Dezember vier Einbrüche in Dänischenhagen.

Zunahme bei Einbrüchen

Es sind keine Einzelfälle. Polizeidirektionen im ganzen Land bestätigen eine Zunahme der Einbrüche. Allein im Bereich Kiel stieg die Zahl im vergangenen November auf 161 (im Vorjahr 76). Im Dezember lag die Zahl bei 186 (125).

Vize-Regierungssprecher Lars Erik Bethke bestätigte unterdessen den Eingang des Brifes. „Wir werden uns mit dem geschilderten Sachverhalt auseinandersetzen.“ Die Absender sollen eine Antwort erhalten. Die Opposition legte nach. „Für Einbruchsdelikte muss es endlich eine personell und technisch starke Ermittlungseinheit geben“, verlangte CDU-Landeschef Ingbert Liebing. Der FDP-Abgeordnete Ekkehard Klug fordert wegen der „besorgniserregenden Ausweitung der Einbruchkriminalität“ ein Handlungskonzept der Landesregierung.

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