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Wo die Träume wachsen

Offener Garten Felmerholz Wo die Träume wachsen

Aus dem Traum vom Garten wurde der Traumgarten. Bele und Dieter May aus Felm öffnen ihr privates Paradies jeden Sonnabend für alle, die Freude an üppiger gelenkter Natur haben. Hinter Hecken mit Durchblick öffnen sich Freiräume mit Sitzecken und Lauben – romantische Plätze zum Verlieben.

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Das grüne Paradies von Bele und Dieter May lebt von der Wandlung.

Quelle: Cornelia Müller

Felm. „Willkommen in unseren grünen Räumen. Fühlen Sie sich wie zu Hause“, sagt Bele May und strahlt. Sie hat Recht. Die 2000 Quadratmeter hinter dem Haus im Ortsteil Felmerholz scheinen ein unendliches Mosaik von Zimmern im Freien. Nur, dass die Wände leben und der Himmel mit alten Bäumen das kunstvoll durchbrochene Dach ist. Fliederduft steigt in die Nase. Das letzte Rapsgelb vom Feld hinter dem Grundstück schimmert mit seine Lichtpünktchen durch Hecken-, Klematis- und Rosenbögen. Weiches Violett mischt sich mit sahnigen Rosatönen der Akelei und cremeweißen Blüten vor Grün in allen Schattierungen. Farne setzen vertikale Akzente. Am kleinen Teich, in dem Molche und Frösche leben, wiegen sich Lilien und hohe Gräser.

Hier finden Sie Bilder aus der "Mayerei".

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Ist das alles akribisch geplant? Welcher Gartenarchitekt hat hier gewirkt? „Keiner“, sagt das Paar verschmitzt. „Alles ist organisch gewachsen und immer im Fluss. Das ist ein Prozessgarten.“ Vor 16 Jahren begannen die beiden, den Hausgarten aus den 70er Jahren schrittweise umzugestalten. „Bele gab den Anstoß“, räumt May ein. „Sie hat ständig neue Pflanzen gekauft.“ „Stimmt“, ergänzt sie. „Und die meisten gingen ein, weil sie nicht zum Standort passten und für unser Klima zu empfindlich sind. Etliche Stauden fielen Schnecken und Wühlmäusen zu Opfer.“ So machten beide aus der Not ein Tugend. Sie legten verschlungene Rasenpfade um Bäume und Obstgehölze an, ließen Schattenpflanzen und sich selbst aussäende Blumen üppig ihren eigene Weg suchen. Dass die Natur die Anlage bestimmt hat, ist augenfällig.Zwei weitere Leidenschaften geben der „Mayerei“, wie sie ihr Projekt nennen, Charme: die Liebe zu Trödel mit Charakter und das Faible für Holzarbeiten. Der Ehemann, Deutsch- und Philosophielehrer im Ruhestand, wollte „endlich was mit den Händen machen“. Keine ausgediente Holzpalette, kein betagter Stuhl ist heute vor ihm sicher. Dass die verwunschene „Gartenküche“ mit hell lasiertem Mobiliar 100-prozentig ein Recycling-Produkt ist, verblüfft. Im „Frühstückspavillon“ dürfen sich Gäste beim Kaffee wohlfühlen. Aus dem Gewächshaus mit Dachzinnen ist ein von Wein durchranktes Glashaus für aufgearbeitete Accessoires von schwedischen Flohmärkten geworden. „Vieles geben wir kostengünstig ab, damit wir fröhlich weiter sammeln, werkeln und gestalten können“, sagen sie beiden.

Das nimmt man so kreativen Köpfen mit Herz für den Wandel des Beständigen ab. Manches malerisch-morbides Zaunelement zwischen üppiger Rosenpracht wartet daher fröhlich auf den Austausch. Nur auf den Müll kommt nichts. Selbst schnöde Waschbetonplatten der Terrasse führen ein zweites, herrschaftliches Leben. Bele May: „Ich hatte eine Platte probeweise umgedreht. Da sah ich, dass die Rückseite edel aussieht wie vom Schlosshof.“ Prompt haben Mays das Unterste nach oben gekehrt – wie immer

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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