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Ohne Raser in rosige Zukunft

Tüttendorf Ohne Raser in rosige Zukunft

Was kann, was muss getan werden, damit der ländliche Raum sowohl für junge Menschen als auch für die stark zunehmende Zahl der Senioren attraktiv bleibt? In den Gemeinden des Amtes Dänischer Wohld sollen Zukunftsstrategien in einem Masterplan gebündelt werden.

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Fuß vom Gas: Auf der alten Bundesstraße in Blickstedt gilt jetzt Tempo 30.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Tüttendorf. Welche Chancen sich daraus ergeben könnten, dies erläuterte der Regionalmanager der Aktivregion Hügelland am Ostseestrand, Dieter Kuhn, am Dienstagabend, in einer gut besuchten Einwohnerversammlung in Tüttendorf.

Vorbild ist das Amt Hüttener Berge. Dort fiel bereits vor vier Jahren der Startschuss für einen Masterplan. Das Ergebnis des regionalen Brainstormings ist der Bürgerbus „Hütti“, der mittwochs und sonnabends den Wochenmarkt in Eckernförde ansteuert.

„Daseinsvorsorge – das ist ein großes Wort“, sagte Wolfgang Kerber. Der jetzige Tüttendorfer Bürgermeister zog vor 30 Jahren in die kleine Gemeinde im nordwestlichen Einzugsbereich von Kiel. „Damals“, so berichtete er in der Einwohnerversammlung, „hatten wir hier noch 30 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe.“ Heute seien es gerade noch eine Handvoll.

Mittlerweile sind etliche junge Familien nach Tüttendorf und vor allem in den Ortsteil Blickstedt gezogen, und sowohl der neue als auch der alte Kindergarten sind ausgebucht. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, auch wenn uns die Kitas viel Geld kosten“, sagte Kerber.

Was aber muss getan werden, damit alle Ortsteile der Gemeinde als Wohn- und Lebensraum attraktiv bleiben? Wo bieten sich Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden an? Und wie können Zuschussmittel der Europäischen Union generiert werden? Nach Aussage von Dieter Kuhn können voraussichtlich Anfang 2016 die Auftaktworkshops für den Masterplan starten. Unter breiter Beteiligung der Bürger sollen dann Ideen entwickelt werden. Die Beispiele, die Dieter Kuhn nannte, reichten von Büchertausch-Aktionen bis zu einem Bürgertreff, von einem Dorfladen bis zu einem Generationennetzwerk. „Es geht eben nicht nur um den Bau von Kitas oder um Verkehrsmaßnahmen, sondern auch darum, wie wir unser Gemeinwesen entwickeln“, brachte es Wolfgang Kerber auf den Punkt.

Der Ärger über Autofahrer, die innerorts zu stark aufs Gaspedal treten, kommt fast in jeder Einwohnerversammlung zur Sprache – auch in Tüttendorf. Am Dienstagabend ging es vor allem um Raser auf der alten Bundesstraße im Ortsteil Blickstedt. Dort wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit zwar mittlerweile von 50 auf 30 heruntergesetzt. Aber offenbar hat sich das, wie Anwohner berichteten, noch nicht überall herumgesprochen.

Wie dringend Wohnraum für die wachsende Zahl der Flüchtlinge benötigt wird, erläuterte Büroleiter Tomas Bahr vom Amt Dänischer Wohld. Er bat darum, dem Amt freien Wohnraum zu melden. Auch würden dringend Möbel benötigt, um die Wohnungen auszustatten.

Gerüchte, wonach es in den Flüchtlingsunterkünften zu Vandalismus gekommen sein soll, wies Bahr zurück. „Da ist nichts dran.“ Auch gebe es keinerlei Hinweise auf eine Zunahme von Diebstahlsdelikten.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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