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Pflügen wie zu Großvaters Zeiten

Stoppelfest Revensdorf Pflügen wie zu Großvaters Zeiten

Einmal im Jahr lädt der Agrar- Oldtimer-Club Dänischer Wohld zum Stoppelfest ein. Eine gute Gelegenheit einmal zu sehen, wie das Pflügen funktioniert und warum man das überhaupt macht.

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Hermann Jöhnk hat den Pflug gesetzt, im Hintergrund kontrolliert Gunter Schwerdtfeger die Tiefe der Furche.

Quelle: Kai Pörksen

Revensdorf. Ein wenig abgelegen ist der Platz für Auswärtige, doch anhand des Geknatters ist der Weg zum Hof Hein im Sander Weg 36 in Revensdorf dennoch leicht zu finden. Einmal im Jahr lädt der Agrar- Oldtimer-Club Dänischer Wohld zum Stoppelfest ein – eine gute Gelegenheit auch für der Landwirtschaft Unkundige, einmal zu sehen, wie das Pflügen funktioniert und warum man das überhaupt macht.

 60 Oldtimer-Trecker oder Schlepper, wie man in der Landwirtschaft eher sagt, sind auf dem Parkplatz vor dem zu bearbeitenden Feld geparkt, einige aus den 1930er- bis 50er- Jahren, viele aus aus der Zeit danach bis in die späten 70er. Zierlich sehen sie aus gegen die Schlepper aktueller Zeit mit bis zu 400 Pferdestärken (PS). Hier reichen manchmal 25 PS, um mit einem zweischarigen Pflug das Feld zu bewirtschaften. Bis zu 17 Schlepper gleichzeitig machen sich an die Arbeit, den Acker, auf dem zuvor Raps geerntet worden war, zu pflügen und die verbliebenen Stoppel unter die Erde zu bekommen.

 Gunter Schwerdtfeger (74) achtet darauf, dass nicht zu tief gepflügt wird. „Wir arbeiten im Bereich zwischen 27 und 30 Zentimeter“, erklärt er. Tiefer zu pflügen sei nicht sinnvoll, weil man dann Erde ohne Nährstoffe nach oben schaufele, und das würde dem Wachstum des später gesäten Getreides nicht guttun. Wer also keine Ahnung von Landwirtschaft hat, kann hier eine Menge lernen über Fruchtfolgen und über den Einsatz der Landmaschinen, die zwar heute größer sind und effektiver arbeiten, aber zumeist nach dem gleichen Prinzip wie vor Jahrzehnten arbeiten.

 Rund 200 Mitglieder hat der Verein, dem nicht nur Landwirte angehören. „In einem Agrarland wie Schleswig-Holstein fasziniert das Thema auch Menschen anderer Berufsgruppen“, weiß Uwe Karstens, Vorsitzender des Vereins. Und mit einem Trecker, Verzeihung, Schlepper zu spielen, begeistert Klein und Groß. So schauen sich Tim-Luca und Linus, acht und sechs Jahre alt, begeistert einen alten Lanz Bulldog mit echtem Holzlenkrad an, der langsam vor sich hin tuckert, nachdem er seine Bahnen auf dem Feld hinter sich gebracht hat. Sie sind zu Besuch bei ihrem Opa in Osdorf. Und man ist nicht ganz sicher, wer faszinierter von den Landmaschinen ist. Die beiden jedenfalls haben zu Hause schon einen großen Fuhrpark an landwirtschaftlichen Maschinen zusammen. Einen Führerschein brauchen sie nicht. Die Schlepper haben den Maßstab eins zu 18.

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