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„Tag der Marine“ lockte 3500 Besucher an

Eckernförde „Tag der Marine“ lockte 3500 Besucher an

Mit dem Dröhnen seiner Generatoren macht das Schnellboot „Zobel“ schon von Weitem auf sich aufmerksam. Gemeinsam mit dem Minensuchboot „Auerbach“ dominieren gestern die grauen Schiffe der Marine den Eckernförder Stadthafen. Der „Tag der Marine“ mit einem Open Ship, vielen Info- und Präsentations-Ständen lockt rund 3500 Besucher.

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Volker Haase, Sabine von Zweydorff und Marius Zimmermann (v.l.) interessieren sich für das Schnellboot „Zobel“.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Ob man damit mal eine Übungsgranate verschießen könne?, fragt ein Badegast auf dem Schnellboot „Zobel“. Der Marineoffizier neben dem 76-Millimeter-Geschütz grinst verschmitzt zurück. Da müsse man schon wissen, wo die landen solle, sagt er. Denn die Reichweite beträgt gut 16 Kilometer. Rasch sind aber die Fotoapparate gezückt. Die „Kanone“ auf dem Vordeck des 39 Knoten (72 Kilometer pro Stunde) flinken Schnellbootes ist ein begehrtes Motiv.

 Die vielen Fragen der Besucher kreisen aber nicht nur um die Ausrüstung der Schiffe. Auch die Einsätze rücken zunehmend in den Fokus. Die Schnellboote beispielsweise sind derzeit wieder im Unifil-Beobachtereinsatz vor der libanesischen Küste aktiv. Lange wird es diese Schiffsgattung allerdings nicht mehr geben. 2016 sollen die letzten Schnellboote ausgemustert und durch die neuen Korvetten ersetzt werden.

 Nur noch ein Jahr im Dienst ist ebenso die Fregatte „Lübeck“, die aufgrund ihrer Größe nicht im Stadthafen, sondern im Marinestützpunkt besichtigt werden kann. Sie ist ein beliebtes Ziel – die Wartezeiten für den Bootsshuttle dorthin betragen bis zu 40 Minuten.

 Der „Tag der Marine“ dient aber nicht nur der Information, sondern auch der Nachwuchsgewinnung. Sorgen plagen in dieser Hinsicht vor allem die Minentaucher. Von den 120 Planstellen sind derzeit nur knapp 30 besetzt. Körperliche Fitness und Belastungsfähigkeit seien gefragt, sagt Minentaucher Fabian Tegethoff. Geduldig erklärt der Obermaat die Tauchausrüstungen und die Techniken für das Aufspüren von Kampfmitteln. Bis zu 54 Meter tief gehen die Minentaucher, die auch an internationalen Manövern teilnehmen. So wurde erst kürzlich bei einem gemeinsamen Einsatz mit dem „Drohnen-Trupp“ in den Gewässern vor Estland ein im Ersten Weltkrieg gesunkenes deutsches U-Boot entdeckt. Ein überraschender „Beifang“.

 Die Marine präsentiert sich nicht nur als militärischer, sondern auch ziviler Ausbilder. Bei der Wehrtechnischen Dienststelle WTD 71 etwa lässt sich der Beruf des Elektronikers erlernen. Und über den ZAW-Lehrgang (Zivile Aus- und Weiterbildung) können ab einer Verpflichtung von acht Jahren die Laufbahnen zum Mechatroniker, Industriemeister oder Informatikkaufmann eingeschlagen werden.

 Gut verzahnt sind die Hilfseinrichtungen von Marinestützpunkt und Stadt. Am Hafen stellt sich nicht nur die Stützpunkt-Feuerwehr vor, sondern auch das Deutsche Rote Kreuz Eckernförde und das Technische Hilfswerk.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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