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Gettorfer Bücherei setzt auf Medienboxen

Orientierungshilfe für Flüchtlinge Gettorfer Bücherei setzt auf Medienboxen

Die fremden geschwungenen Schriftzeichen auf den Seiten wirken mit Laien-Augen beinahe kunstvoll: Gettorfs Büchereileiterin Britta Günther blättert in einer deutschen Grammatik für Araber. „Das Buch wurde schon ausgeliehen, es scheint gut zu sein“, berichtet die Bibliothekarin. Es stammt aus einer Medienbox speziell für Flüchtlinge.

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Medienboxen mit Büchern und Spielen: Gettorfs Büchereileiterin Britta Günther und Bernd Lück von der Förde Sparkasse nehmen den Inhalt unter die Lupe.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Diese Kisten mit Büchern und Spielen sollen Asylbewerbern als erste Orientierung in der neuen Umgebung dienen. Die Gettorfer Gemeindebücherei ist einer von landesweit 63 Standorten, wo das Projekt „Willkommen in Schleswig-Holstein“ von Bücherei-Zentrale und Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein mit Unterstützung der Sparkassen angeboten wird – Schirmherr ist Landesinnenminister Stefan Studt.

„Die Medienboxen wurden schon genutzt, wenn auch nicht in Massen“, sagt Britta Günther und kramt zwischen Backgammon und Vier-Gewinnt, Bilder- und Wörterbüchern sowie Informationen über Schleswig-Holstein und Deutschland. Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Zwei dieser Kisten hat die Bücherei Gettorf erhalten, eine Box steht als Dauerleihgabe in der Grundschule. „Für die Flüchtlingskinder dort“, so die 44-Jährige.

In die Bücherei kämen die Asylbewerber allein oder mit Paten. Ein Büchereiausweis sei nicht nötig, die Ausleihe laufe auf Vertrauensbasis. Die „Zettelwirtschaft“ nimmt die Bibliothekarin gern in Kauf. „Die Flüchtlinge können die Bücher und Spiele hier vor Ort nutzen oder in ihrer Unterkunft“, sagt sie. Warum die Sparkasse mit im Boot ist, macht Gettorfs Filialleiter Bernd Lück deutlich: „Wir fühlen uns der Region verbunden und möchten, dass die Integration klappt.“ Zudem legte Britta Günther eine Bilanz für 2015 vor. Die Leserzahlen sind demnach mit 1133 konstant. „Hinter jedem Ausweise stecken mitunter noch Familienmitglieder“, so Britta Günther. Sie haben Zugriff auf knapp 52000 Medien. Als Renner unter den Büchern nennt die Bibliothekarin unter anderem Der Junge muss an die frische Luft von Hape Kerkeling. 2015 bezeichnet sie als „bewegtes Jahr“, weil in der Bücherei 45 Veranstaltungen mit 927 Teilnehmern über die Bühne gingen – viel mehr als im Vorjahr. Die Büchereikonzerte sollen weiterlaufen, der nächste Termin ist am 27. Februar.

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