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Was der Herr Kaptein alles treibt

Osdörper Speeldeel: Was der Herr Kaptein alles treibt

„Unzuverlässig” – damit Kapitän Ludwig von Ballheimers (gespielt von Arthur Rathje) Berufsauffassung zu beschreiben, wäre die Verharmlosung des Jahrhunderts. Die Crew hat auf dem Kreuzfahrtschiff MS Luxor alle Hände voll zu tun, damit die Seefahrt für die Passagiere lustig wird.

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Was für ein Kuddelmuddel: Plötzlich taucht der echte Kapitän (Arthur Rathje/rechts) wieder auf und stellt Sigi (Wilhelm Altermann) zur Rede, den Barmann Roger (Fritz Lüthje) und der 1. Offizier Gerd Staumoser (Holger Schäfe) ersatzweise in die Kapitänsrolle gedrängt hatten (von rechts). Mechthild (Miriam Steffen) versteht gar nichts mehr.

Quelle: Birgit Johann

Osdorf. Für die rund 110 Besucher von Dibberns Gasthof wurde sie bei der Premiere am Sonnabend durch viele Verwicklungen natürlich lustig. Mit „Eenmal Bali und torüch“ bescherte ihnen die Osdörper Speeldeel einen überaus heiteren Abend. Mit an Bord waren auch der 1. Offizier Gerd Staumoser (Holger Schäfe) und Barkeeper Roger (Fritz Lüthje).

 „Nee, nee und nochmal nee!” Eigentlich will Roger gleich wieder von Bord gehen, als er von Gerd Staumoser erfährt, wer hier Kapitän ist. Doch der Barkeeper lässt sich breitschlagen, und kurz nachdem das Schiff abgelegt hat, wird Herr Kaptein seinem Ruf als Liebhaber des weiblichen Geschlechts und geistiger Getränke gerecht. Die Arbeit auf der Brücke überlässt er seinem 1. Offizier. Bald schon vermisst Passagier Gernot Hübner (Manfred Kohrt) seine Frau, und das Publikum kann sich Gedanken darüber machen, was sie so treibt. „Und wo sie überhaupt treibt”, sorgt sich Roger. Denn wie sich inzwischen herausgestellt hat, sind Kapitän und Passagierin irgendwo auf dem Atlantik im Rettungsboot unterwegs, nachdem sie unvorsichtiger Weise ein solches für ihr Rendezvous zweckentfremdet hatten und die Nussschale bei einer Rettungsübung durch eine „Verkettung unglücklicher Umstänn” vom Haken fiel.

 Da kann nur Sigi helfen, findet Staumoser. Der berlinernde Landstreicher mit großer Plastiktüte, Kunstfellmütze und schmuddeligem Pullover hat die Kreuzfahrt nach eigenen Worten gewonnen. Gewonnen hat Regisseur Wilhelm Altermann mit dieser Rolle auch gleich beim ersten Auftritt das Publikum. Sigi ist ihm auf den Leib geschrieben – und auch dessen Verwandlung zum Kapitän.

 Mangels anderer Kandidaten lässt Gerd Staumoser den Penner in die weiße Kapitänsuniform schlüpfen. Was in einer kniffeligen Situation mündet, als der echte Kapitän, gemeinsam mit seiner Begleiterin von einem portugiesischen Schiff gerettet, wieder die MS Luxor betritt. Zu klären gibt es jetzt genug, auch für Sabine Hübner: Warum nur versteht ihr Mann sich plötzlich so verdächtig gut mit Schiffsärztin Dr. Ilse Zapf (Gunda Mollenhauer)?

 Nicht immer macht das über 90 Minuten lange Stück von Bernd Spähling (auf Plattdeutsch übersetzt von Joachim Grabbe) es den zehn Protagonisten der Osdörper Speeldeel leicht. Laut Holger Schäfe, Vorsitzender der Speeldeel, ist der Text recht ungleich verteilt. Er als 1. Offizier und Fritz Lüthje als Barkeeper Roger zum Beispiel haben besonders große Rollen, die Damen mussten diesmal weniger auswendig lernen. Seit Anfang Januar wurde geprobt – insgesamt 30 Mal.

 Restkarten für die ersten der ab Mittwoch, 6. April, 19.30 Uhr bevorstehenden zehn weiteren Aufführungen gibt es in Dibberns Gasthof (Tel. 04346/8700), für die Aufführungen am 22., 23. 27. und 29. April sogar noch einige mehr. Sie kosten jeweils 6 Euro.

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