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Friedhofsbetrieb ist defizitär

Osdorf Friedhofsbetrieb ist defizitär

Immer mehr Urnen- statt Erdbestattungen, zugleich eine zunehmende Konkurrenz durch Seebestattungen und Friedwälder: Traditionelle Friedhöfe lassen sich kaum noch wirtschaftlich führen. Auch die Gemeinde Osdorf bekommt dies zu spüren. Ihr 1972 eingerichteter Friedhof ist defizitär.

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Bundesweit nehmen Urnengräber (Symbolfoto) stark zu. Dieser Trend ist auch auf dem Osdorfer Friedhof erkennbar. Lag der Anteil der Erdbestattungen vor zehn Jahren noch bei 80 Prozent, sind es mittlerweile nur noch 20 Prozent.

Quelle: Bernd Thissen/dpa

Osdorf. „Vor zehn Jahren hatten wir noch 80 Prozent Erd- und 20 Prozent Urnenbestattungen, mittlerweile hat sich das umgekehrt“, leitete Finanzausschussvorsitzender Wolfgang Radke (CDU) am Dienstagabend eine Aussprache über den Friedhof ein. Verwaltet werden die letzten Ruhestätten von der Kirchengemeinde Osdorf-Felm-Lindhöft, verantwortlich sind jedoch die politischen Gemeinden, denn das Bestattungswesen gehört zur kommunalen Daseinsvorsorge. „Und deshalb können wir uns auch nicht aus der Verantwortung ziehen“,stellte Bürgermeister Joachim Iwers (WgO) klar.

Erstmals lief 2011 ein Defizit auf. Osdorf, Felm und Noer sorgten anteilig dafür, dass das Minus in Höhe von 41000 Euro ausgeglichen wird. Um künftig schneller reagieren zu können und um mehr Transparenz zu schaffen, wurde damals ein Friedhofskuratorium gegründet. Durch das Anlegen eines „Himmelsgartens“ auf dem Friedhof und eine Gebührenanhebung konnte nach Auskunft von Wolfgang Radke für eine gewisse Stabilisierung gesorgt werden. Mittlerweile habe sich jedoch wieder ein Defizit von rund 20000 Euro angesammelt. Nicht zuletzt eine aufwendige Reparatur des Friedhofstreckers und die Anschaffung eines Anhängers hätten dazu geführt, dass der Friedhof wieder in die roten Zahlen gerutscht ist.

Im Kuratorium soll jetzt überlegt werden, wie die Kosten für den Friedhof gesenkt und wie eventuell mehr Einnahmen generiert werden können. Wolfgang Radke, der zusammen mit dem Bürgermeister die politische Gemeinde im Kuratorium vertritt, machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass nicht unendlich an der Gebührenschraube gedreht werden könne. In Richtung Felm – von dort gab es jüngst Kritik an der Verwaltung des Friedhofs – sagte Finanzausschussmitglied Wolf-Oliver Graf von Baudissin (CDU), dass das Defizit nicht durch Unfähigkeit erwirtschaftet worden sei. Er sei „froh, dass wir uns hier im Ausschuss im Klaren darüber sind, wie wichtig der Friedhof für uns ist“.

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Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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