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Paten helfen Tafel

Eckernförde Paten helfen Tafel

Während Tafeln in anderen Kommunen aufgrund des Andrangs schon einen Aufnahmestopp verhängen mussten, geht die Eckernförder Tafel einen eigenen Weg. Tafelpaten unterstützen das ehrenamtliche Hilfsangebot finanziell. 60 Mitbürger engagieren sich derzeit, weitere sind willkommen.

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Vier der 60 Tafel-Paten: (Vorne von links) Gudrun Dahl, Rosemarie Heinze, Brigitte Scheuer und Jens-Uwe Buse. Im Hintergrund: Petra Winter und Reinhard Schmidt von der Tafel-Leitung sowie Jürgen Bauer vom Familienzentrum.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Deutschland geht es gut, doch die Schere zwischen Arm und Reich klafft nach wie vor. Nach Angaben von Reinhard Schmidt, Leiter der Eckernförder Tafel, ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften weiter gestiegen. Waren es 2013 noch rund 200, die die Lebensmittelausgabe nutzten, kamen 2014 bereits 300, und aktuell sind es gut 400, darunter 160 Nutzer mit Migrationshintergrund. Dazu kommen noch einmal 100 für die Ausgabestelle in Gettorf.

 400 Bedarfsgemeinschaften, das entspricht laut Schmidt fast 1000 Menschen, die auf die Tafel angewiesen sind. Sieht es auf den ersten Blick nicht so aus, so gebe es auch in Eckernförde viel Armut, weiß der Tafel-Leiter. Rund zehn Prozent der Einwohner erhalten Leistungen nach SGB II (Hartz IV). „Das sind über 2000 Bedarfsgemeinschaften“, rechnet Schmidt vor. Wer 750 Euro oder weniger erhält, hat Zutritt zur Tafel. Doch für viele Menschen ist es kein einfacher Schritt. „Vor allem die ältere Generation ist es gewohnt zu sparen und glaubt, dass krieg ich schon irgendwie hin“, sagt Schmidt.

 Die Tafelpaten tragen wesentlich dazu bei, dass trotz steigender Nutzerzahlen die Lebensmittelausgabe nicht eingeschränkt werden muss. Jürgen und Heide-Marie Bauer hatten die Idee, die Förder-Gemeinschaft ins Leben zu rufen. Inzwischen kommen so jede Woche 400 Euro zusammen, mit denen das Familienzentrum Lebensmittel einkauft, die anschließend der Tafel eins zu eins für die Ausgabe zur Verfügung gestellt werden. Doch da es bei den Paten auch Fluktuation gibt, sind neue Spender sehr willkommen.

 Zu den aktuellen Paten gehört Brigitte Scheuer. „Es gibt genug Bedürftige“, sagt sie. „Deshalb finde ich die Förderaktion gut.“ Patin Gudrun Dahl möchte mit ihrem Beitrag auch Flüchtlinge unterstützen. Und für Uschi Peters ist die Patenschaft eine logische Folge ihres bisherigen Engagements. Als ehemalige Lehrerin an der Jungmannschule hatte sie rund 15 Jahre lang mit Schulklassen zahlreiche Weihnachtspakete für Tafel-Nutzer gepackt. Für ihren Ruhestand schwor sie sich: „Ich möchte der Tafel treu bleiben“. An Lebensmitteln werden nach Worten der stellvertretenden Tafel-Leiterin Petra Winter vor allem Milch, Joghurt, Käse, Obst und Gemüse gebraucht. Allein für die kommende Ausgabe sind 2500 Eier, 200 Liter Milch und fünf bis sechs Kisten Tomaten geordert. Möglich machen den gezielten Einkauf die Tafelpaten. Für den Betrieb der Tafel setzen sich 70 ehrenamtliche Helfer ein. Noch gesucht sind Aktive, die sich für das Sortieren von Lebensmitteln sowie für das Fahren des Kühlfahrzeuges (zwei bis drei Stunden die Woche) engagieren möchten (Infos: Tel. 04351/8890457).

 Jeder kann Pate der Eckernförder Tafel werden. Er oder sie sollten sich bereiterklären, für zunächst ein Jahr einen festen, monatlichen Geldbetrag zu spenden. Für die Versorgung einer Bedarfsgemeinschaft wären 40 Euro pro Monat ausreichend. Es kann aber auch jede andere Summe gespendet werden. Das Familienzentrum garantiert, dass jeder Cent ausschließlich für Lebensmittel verwendet wird. Die Spenden sind steuerlich absetzbar. Interessierte informieren sich beim Familienzentrum, Tel. 04351/4684527, bei Jürgen Bauer, Tel. 04351/3540, oder richten einen Dauerauftrag ein für: Familienzentrum Eckernförde, Stichwort „Tafelpate“ (mit Adresse für die Spendenbescheinigung). IBAN DE50210501701002295507.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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