27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Pflegeschnitt soll Kastanien helfen

Borbyer Ufer Pflegeschnitt soll Kastanien helfen

Die Kettensäge kreischt derzeit in der Grünanlage am Borbyer Ufer in Eckernförde. Grund sind Baumpflegearbeiten an sieben Kastanien des Baumbestands am Vogelsang. Die Rosskastanien sind nach Angaben der Stadtgärtnerei „leicht vom Pilz befallen“. Das hatte ein Baumgutachten ergeben.

Voriger Artikel
L44 bei Osdorf wird ab Juli saniert
Nächster Artikel
Schulverband feierte sich

Die abgeschnittenen Äste landen gleich im Schredder. Noch bis heute sind die Baumpfleger mit den Sägearbeiten in den Borbyer Anlagen beschäftigt.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Der Gutachter stellte „leichte Vorschäden“ fest. Die sind nach Angaben von Astrid Kuhr, Reviergärtnerin der Stadtgärtnerei im Bereich Baumkontrolle, aber nicht so extrem, dass die Bäume nicht mehr zu retten wären. Um die Standsicherheit der Kastanien zu unterstützen, ist ein Pflegeschnitt empfohlen. Das heißt: Totholz wird entfernt und die Kronen der betroffenen Bäume werden um zwei bis drei Meter eingekürzt. Untersuchungen haben ergeben, dass eine leichte Reduzierung der Kronen um den genannten Wert die Standfestigkeit und den Widerstand gegen Wind um 50 Prozent erhöht.

 Mit einem Hubsteiger geht es für Baumtechniker Walter Buenstorf aus Westerrönfeld hoch hinaus. 20 bis 25 Meter sind die Bäume hoch, ihr Alter wird auf um die 80 Jahre geschätzt. „Alle betroffenen Bäume sind Kastanien“, erläutert Kuhr. Und die leiden derzeit häufig unter einem Befall durch das Bakterium Pseudomonas. In der Folge kommt es zu einem Pilzbefall, die Leitungsbahnen, die notwendigen Lebensadern, setzen sich zu. Der Baum wird in seiner Vitalität geschwächt und kann sogar absterben.

 Doch soweit muss es nicht kommen. „Ich persönlich habe den Eindruck, dass sich die Kastanien wieder ein bisschen erholt haben“, sagt die Reviergärtnerin. „Manche Bäume schaffen es, neue Leitungsbahnen zu bilden, manche aber auch nicht.“ Aktuell müssen keine Kastanien im Eckernförder Stadtgebiet gefällt werden, die von dieser Krankheit befallen sind. Beispielsweise sind auch die Kastanien Am Exer, die der Stadtgärtnerei große Sorgen bereitet hatten, in diesem Frühjahr wieder ausgetrieben.

 In einem Baumkataster sind inzwischen 5733 Bäume im Bereich der Stadt Eckernförde, die auf öffentlichem Grund stehen, erfasst und mit einer Plakette versehen worden. Eine digitale Datei hält alle Daten fest über Größe, Alter, Gesundheitszustand und die Bedarf erforderlichen Pflegemaßnahmen. Das Kataster ist nahezu abgeschlossen, umfasst aber nicht alle Eckernförder Bäume, etwa die Vielzahl am Noorwanderweg. „Wir gehen von insgesamt weit über 20000 Bäumen aus“, so Kuhr.

 Noch ist Schonzeit mit Rücksicht auf brütende und nistende Vögel. Doch der baumpflegerische Schnitt in den Vogelsang-Anlagen, das, so Baumtechniker Buenstorf, „Kürzen der Spitzen wie beim Friseur“, ist erlaubt. Vor allem, ergänzt Kuhr, wenn der Schnitt der Verkehrssicherheit diene. Dass dabei dennoch auf Nester Rücksicht genommen wird, versteht sich. So blieb ein Krähennest in einem der Kastanien-Wipfel bestehen. „Ich habe den Ast ausgespart“, erläutert Buenstorf.

 Bakterien und Pilze sind für Bäume nur eine Gefahr von vielen. Auch unter dem Orkan „Christian“ hatte der Baumbestand des Ostseebades 2013 zu leiden. Nicht nur in den Vogelsang-Anlagen wurden zahlreiche Bäume entwurzelt oder abgeknickt. Über das Stadtgebiet verteilt sind laut Kuhr seitdem rund 30 Bäume nachgepflanzt worden. Auch auf der Verkehrsinsel an der Einmündung Vogelsang/Jungmannufer soll demnächst wieder ein Baum gedeihen. Derzeit blüht hier noch ein Blumenbeet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3