5 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Auge in Auge mit dem Kalmar

Green Screen Auge in Auge mit dem Kalmar

Nicht nur in den Weltmeeren, auch in der Ostsee gibt es Ungewöhnliches zu entdecken. Der junge Eckernförder Taucher und Filmer Philipp Hoy (18) hatte das Glück, Tintenfische an der Hafenmole aufzunehmen. Sein Film „Kalmare vor der Haustür“ wurde beim Naturfilmfestival Green Screen mit dem Publikumspreis „Bester Kurzfilm“ ausgezeichnet.

Voriger Artikel
Neuer Förderverein hat große Pläne
Nächster Artikel
Freispruch im Großbrand-Prozess Altenholz

Mit einer Go-Pro-Kamera und zwei Leuchten setzt Philipp Hoy seine Unterwasserentdeckungen in Szene.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Die Unterwasserwelt zieht Philipp schon früh in ihren Bann. Er verschlingt die Meeresdokumentationen der französischen Forscherlegende Jacques-Yves Cousteau und macht vor drei Jahren seinen Tauchschein, um selbst mit Flossen, Maske und Pressluftflasche der Ostsee auf den Grund zu gehen. Ein Jahr später erwirbt Philipp beim Discounter für wenig Geld eine Action-Cam, die „erstaunlich gute Aufnahmen“ macht. 2015 nimmt er mit seinem Erstling „Unter der Mole“ am Jugendfilmpreis von Green Screen teil und holt mit Szenen von Heringsschwärmen und Feuerquallen einen zweiten Platz.

 Der Anfangserfolg lässt den jungen Eckernförder nicht ruhen. Er „rüstet auf“, erwirbt eine tauchfähige Go-Pro-Kamera mit Makro-Vorsatz und streift erneut seinen Taucheranzug über. Den Nachttauchgang im Dezember 2015 an der Mole wird er nicht vergessen: „Plötzlich tauchten im Scheinwerferlicht weiße Punkte auf. Erst dachte ich: Fische. Aber die ruckartigen Schwimmbewegungen waren eigenartig“, erinnert sich Philipp. Beim Näherkommen dann die Überraschung: Es handelt sich um kleine Kalmare, Tintenfische. „Die fand ich schon immer toll“, sagt der Jungfilmer.

 Noch fünf, sechs weitere Tauchgänge folgen. Philipp gelingen sogar Aufnahmen, wie ein Kalmar eine kleine Glasgrundel verspeist, wie der Kopffüßer beginnt, blau zu leuchten, und wie er Tinte verspritzt, um sich zu tarnen. „Er hat alles gemacht, was an seiner Verhaltensweise so spannend ist“, freut sich der 18-Jährige noch heute. An der Eckernförder Mole entdeckt er aber noch anderes Leben, spürt mit der Kamera Butterfisch, Aal, Krabben, Seesterne und eine Ostseegarnele auf, deren blau-gelb gestreifte Beine in der Makroeinstellung sichtbar werden. „Wie selbstgestrickte Socken“, kommentiert Philipp schmunzelnd in seinem Film.

 Der Kurzfilm-Publikumspreis hat den Eckernförder „sehr überrascht“. Denn „das waren alles wahnsinnig tolle Filme in der Auswahl“. Bei Green Screen bekommt er nach der Siegerehrung auch Gratulationen von Berufsfilmern – einen Türspalt weit öffnet sich für ihn eine neue Welt. Gefragt nach seinem nächsten Projekt, antwortet der Peter-Ustinov-Schüler ganz realistisch: „Das Abi.“ Doch der Traum, Naturfilmer zu werden, der bleibt. „Die meisten sind da so reingerutscht, ohne einen Studiengang“, weiß er. Und ein Praktikum bei einem Profi, das wäre schon toll. Er könne sich aber auch vorstellen, so Philipp, zunächst Meeresbiologie zu studieren.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3