27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Piraten pöbeln und plündern

Eckernförde Piraten pöbeln und plündern

Sie kamen über die Ostsee und brachten den Sommer zurück nach Eckernförde. Doch eigentlich zählen sie so gar nicht zu den Wohltätern, die andere beschenken. Die Freibeuter der Meere, die jetzt im Ostseebad an Land gingen, sind vielmehr darauf aus, etwas mitzunehmen. In diesem Fall die prallgefüllte Goldtruhe aus städtischem Besitz.

Voriger Artikel
Getränkemarkt schließt Baulücke
Nächster Artikel
Freibeuter regieren in Eckernförde

Gegen die Übermacht der Piraten – links Käpt’n Black – haben die Stadtwachen, Bürger und Fischer der Stadt letztlich keine Chance. Sie müssen sich ergeben und werden gefangengenommen.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Mit Kanonendonner und lautstarken Gefechten wurde am Freitagabend das alljährlich stattfindende Piratenspektakel eröffnet. Rund 3000 bis 4000 Besucher erlebten nicht nur den Überfall am Strand hautnah mit, sondern auch den tapferen, letztlich aber vergeblichen Kampf des Bürgermeisters und seiner Mitarbeiter gegen die Übermacht der Piraten auf dem Rathausmarkt.

Als die wilden Gesellen im August vergangenen Jahres nach drei aufregenden Tagen die Segel ihrer Schiffe setzten und Kurs auf neue Abenteuer nahmen, da ging mit Käpt’n Piet (Peter Thietje) auch einer, der das farbenfrohe Spektakel viele Jahre lang entscheidend mitgeprägt hatte. Doch das bedeutete keineswegs das Ende der Veranstaltung, die Jahr für Jahr geschätzte 150.000 Besucher aus dem ganzen Land anlockt. Die Mitglieder des Vereins Kornersfjord – abgeleitet von Ecke wie Korner und Förde wie Fjord – erklärten sich spontan bereit, in die Bresche zu springen. Angeführt von Käpt’n Sven Rosa Black (bürgerlich Sascha Lück), Käpt’n Renate (Thomas Neidt) und dem 653 Lenze zählenden Magister Wigbold (Gabriele Pahms), hat sich die Piratentruppe viel Neues und Spannendes für Groß und Klein ausgedacht, um die Zuschauer gut zu unterhalten.

Das zeigte sich bereits zum Auftakt beim Strandüberfall neben dem Ostsee-Info-Center (OIC). Als die im Sand hockenden Fischer die über die Bucht kommenden Piraten an Bord der Schiffe erblicken, verständigen sie sofort die Kanoniere, um die Eindringlinge abzuwehren. Doch lange können die Piraten nicht in Schach gehalten werden. Sie nehmen die Fischer gefangen und ziehen zum Rathaus, wo sich Bürgermeister Jörg Sibbel den Eindringlichen mutig inmitten des Marktplatzes entgegenstellt. Der Kampf auf dem Balkon des Verwaltungschefs gehört also der Vergangenheit an. Die Kornersfjord-Piraten entschieden sich stattdessen für ein Podest auf dem Platz, um möglichst allen Besuchern einen ungehinderten Blick auf das Kampfgeschehen zu ermöglichen. Angesichts der Menschenmenge ein schier unmögliches Unterfangen.

Am Ende kann auch der Bürgermeister gegen die kampferprobte Übermacht nichts ausrichten. Er, Bürgervorsteherin Karin Himstedt und Ordnungsamtsleiter Klaus Kaschke, der die Finanzen der Stadt hütet, werden in Ketten gelegt und müssen den Piraten die Truhe voller Gold überlassen. Aus dem Rathaus wird kurzerhand das „Pirathaus“.

Das wird von den bärtigen Gesellen und ihrem Gefolge selbstverständlich gefeiert. Im Piratendorf Kornersfjord am Strand gibt es nach dem Sieg für alle Bürger Stockbrot am Lagerfeuer, während auf der Bühne an der Hafenspitze die Coverband Bon Scott die großen Hits ihrer musikalischen Vorbilder AC/DC rocken und mit den Besuchern lautstark den Highway to Hell ansteuern.

Sonnabend begeben sich die Piraten auf einen Beutezug durch die Stadt. Auf dem Wochenmarkt wollen sie Vorräte für die hungrige Meute im Piratendorf „einklaufen“. Dabei ist allerdings mit Widerstand und Kämpfen in der Innenstadt zu rechnen. Ab 14 Uhr kommt es zur Seeschlacht am Hafen in Höhe des Rundspeichers. Am Sonntag ab 10 Uhr laden die beiden Kapitäne Familien und Kinder in ihr Dorf neben dem OIC ein. Der Nachwuchs kann spielen oder das Piratenpatent ablegen. Dabei gilt es Herausforderungen wie Enterhaken werfen oder Kanonenschießen zu bestehen. Ab 15 Uhr findet im Dorf schließlich die Taufe von verdienten Piratenanwärtern statt. Den Abschluss findet das Spektakel gegen 22.40 Uhr mit einem großen Feuerwerk.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr zum Artikel
Piratenspektakel Eckernförde
Foto: Hering von Seenot taufte die angehenden Piraten unterstützt von Käpt'n Renate mit Ostseewasser. Auf dem Foto sind die Täuflinge Lisa Matthiesen, Lonnie Schwan, Ariane Stuber und Aiko Greve (von rechts) zu sehen.

Sie heißen künftig „Black Swan“, „Schreiba Ling“ oder „Ratten Resi“. Und mit ihrem neuen Namen gehören sie nunmehr zum erlauchten Kreis der Freibeuter. Mit der Taufe von sechs Anwärtern erlebte das Piratenspektakel in Eckernförde am Sonntagnachmittag einen weiteren Höhepunkt.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3