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Planer sehen Seebrücke kritisch

Masterplan Küste Planer sehen Seebrücke kritisch

Seebrücke ja oder nein? Das ist in Eckernförde umstritten. Rückendeckung bekamen Kritiker Dienstagabend im Bauausschuss vom Lübecker Planungsbüro Prokom, das den Entwurf eines Masterplans Küste für das Ostseebad vorstellte. Demnach würde eine größere Seebrücke den Blick auf das Eckernförder Strandpanorama „stören“.

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Der Planer für den Masterplan Küste kann sich eine Art Seebrücke nur am Jaich-Sportboothafen vorstellen.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Landschaftsarchitekt Andreas Werning (Prokom) führte es genauer aus: Sichtbezüge und Transparenz des Blicks über den Eckernförder Strand würden durch eine Seebrücke „sehr belastet“. Schon die lange Brücke der Wehrtechnischen Dienststelle WTD 71 bedeute einen Einschnitt. Eine zweite Brücke, als Seebrücke, würde neue optische Konflikte schaffen. Vorstellen könnte sich Werning eine Brücken-Lösung höchstens in Zusammenhang mit dem Sportboothafen Jaich. Dort ließe sich auch eine Anlegestelle für kleinere Kreuzfahrer schaffen.

Der Masterplan Küste soll Entwicklungspotenziale der Eckernförder Wasserkante aufzeigen. Zwischen Marinehafen und Südstrand erstrecken sich 6,5 Kilometer Küste. Das Borbyer Ufer bewertete Werning als Abschnitt mit städtebaulich hoher Qualität, mit dem behutsam umgegangen werden müsse. Konkret regt der Masterplan-Entwurf an: Vor dem Hintergrund, dass das Jungmannufer durch eine geplante Schließung zum Marinestützpunkt hin weniger Verkehr aufnehmen wird, sollte die Straßenbreite verringert, der Radverkehr auf die Fahrbahn verlegt und der Gehweg am Wasser auf 3,50 Meter verbreitert werden. Eine solche Uferkanten-Gestaltung passe hier besser als eine mondäne Promenade, riet Werning.

Weitere Vorschläge: An der Borbyer Steinmole empfahl er eine Badestelle und einen Ausbau der Mole eventuell mit Gastronomie. Parkplatz und Bojenfeld sollten dafür etwas zurück rücken. Für die Nooröffnung sieht der Entwurf am Steindamm eine Art Fleet vor, um den Bezug Noor-Ostsee zu stärken. Und die Idee eines Fördeplatzes neben der Stadthalle könnte ein „schwebendes Deck“ zur Ostsee hin mit Sitzmöglichkeiten ergänzen. Durch die Apartmentbauten am südlichen Jungfernstieg gebe es sonst kaum Sichtbezüge zur Ostsee, so Werning.

In Kombination mit einem geplanten Hotel auf dem Exer stellte sich der Planer eine gläserne Strandhalle an der Promenade neben dem Wellenbad vor. Ein Glasgang durch das Gebäude könnte Hotel und Bad verbinden. Eine vorgelagerte Terrasse würde bei schönem Wetter zum Verweilen einladen. Der Südstrand sollte durch seinen Naturschutzcharakter sensibel entwickelt werden. Eine optische Aufwertung empfahl Werning für den Rundpavillon, für dessen Außenanlagen er „Optimierungsbedarf“ sah.

Schwierig bleibt das Thema Hochwasserschutz. Hier regt der – noch nicht beschlossene und beratene – Masterplan an, am Strand eine Schutzmauer landschaftlich in Stranddünen einzubetten.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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