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Planungen für neue Brücke

Levensauer Hochbrücke Planungen für neue Brücke

Die alte Levensauer Hochbrücke für Straßen- und Eisenbahnverkehr überspannt den Nord-Ostsee-Kanal seit 121 Jahren. Da immer größere Frachter auf der künstlichen Wasserstraße schippern, soll nun ein Ersatzbau her. Von den Bauarbeiten ist die Gemeinde Neuwittenbek direkt betroffen.

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Die alte Levensauer Hochbrücke soll einem Ersatzbau weichen. Der Baustart ist voraussichtlich 2018.

Quelle: Jan Torben Budde

Neuwittenbek. Deshalb standen Thomas Janßen und Sönke Meesenburg vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Kiel am Dienstagabend vor rund 40 Besuchern im Bauausschuss Rede und Antwort. Ob nun Lärm, Bauzeiten, Straßenbelastung oder Öko-Ausgleich: Die Planer bekamen einen Katalog mit Anregungen und Forderungen mit auf den Weg.

Als Nadelöhr bezeichnete Janßen, verantwortlicher Projektleiter, die 1894 erbaute Brücke zwischen Neuwittenbek-Levensau und Kiel-Suchsdorf. „Es ist eine der engsten Stellen im Verlauf des Nord-Ostsee-Kanals“, erklärte der Ingenieur. Eine Ersatzbrücke an selber Stelle für geschätzt 50 Millionen Euro solle Begegnungsverkehr ermöglichen. Baustart sei frühestens im März 2018, die komplette Fertigstellung voraussichtlich 2021. Dazwischen wartet ein Haufen Arbeit.

Einige Punkte hakte das WSA schon ab: Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, Gutachten zum Artenschutz, Verkehrszählungen, Abstimmungen mit dem Kampfmittelräumdienst oder Lärmgutachten. Die Planungen sehen eine Spreizbogenbrücke (Gesamtlänge: 240 Meter) mit zwei Fahrstreifen für den Straßenverkehr, einem kombinierten Geh- und Radweg sowie Bahngleisen (Elektrifizierung später möglich) vor.

Das alte Widerlager auf der Südseite bleibt ohne Tragfunktion erhalten, weil die Hochbrücke ein bedeutendes Winterquartier für Fledermäuse ist. Auch während der Bauarbeiten werde der Artenschutz berücksichtigt, sagte Janßen. Ebenso stellten Bahn- und Straßenverkehr eine Herausforderung dar. Baustellen-Einrichtungsflächen sind auf Levensauer und Kieler Kanalseite vorgesehen. Im Bereich der Brücke fallen dem Ingenieur zufolge 350000 Kubikmeter Bodenaushub an, der auf Schuten zu einer Verbringungsfläche östlich der Brücke transportiert werde.

Die gesamte Bauzeit liegt Janßen zufolge bei knapp vier Jahren. Davon sei die alte Levensauer Hochbrücke 18 Monate lang für den Autoverkehr gesperrt, die Fahrzeuge werden auf die zweite Levensauer Hochbrücke (B76) umgeleitet. Während einer 130-tägigen Vollsperrung der alten Hochbrücke müssten Fußgänger und Radfahrer auf kostenfreie Pendelbusse mit Fahrradträgern umsteigen. In dem Zeitraum gebe es für Bahnreisende einen Schienenersatzverkehr. Dann werde wegen des engen Zeitfensters in drei Schichten – auch nachts – gearbeitet. Ansonsten laufe der Baubetrieb an sechs Tagen pro Woche von sieben bis 20 Uhr.

Nach dem Vortrag gab es Bedenken in der „Alten Scheune Radbruch“. „Wir wollen keine Verbringung von Bodenaushub über Gemeindestraßen“, verlangte Vorsitzender Wilfried Johst (SPD). Es wurde ein Beweissicherungsverfahren gefordert. Er trug noch weitere Anregungen vor: So solle der ökologische Ausgleich in der Gemeinde erfolgen (Aufforstung und neuer Knick). Zudem müssten die Planer gewährleisten, dass Fußgänger und Radfahrer während der Bauzeit die Brücke risikofrei nutzen können. Und wegen des zu erwartenden Lärms gilt der 130-tägige Baubetrieb „rund um die Uhr“ als nicht akzeptabel.

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