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Weichenstellungen für Stift

Altenholz Weichenstellungen für Stift

Entwicklungsmöglichkeiten zeigte die zweite Planungswerkstatt für den Altenholzer Ortsteil Stift auf. Eine Baustelle liegt den Bürgern besonders am Herzen: die Nachnutzung für die abgebrannte Stifter Ladenzeile. Ein Nahversorger soll her. Diesen Wunsch nahmen die Planer vom Sanierungsträger BIG Städtebau mit.

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An der Ideen-Pinnwand diskutieren die Bürger über die Ortsentwicklung von Stift.

Quelle: Christoph Rohde

Altenholz. Diesen dringlichen Wunsch nahmen auch die Planer vom Sanierungsträger BIG Städtebau mit, der im Auftrag der Kommune ein Gutachten für das städtebauliche Förderungsprogramm erstellt.

 Die Eckpfeiler für die Ansiedlung eines Vollsortimenters sind noch nicht festgezurrt. Beispielsweise die Größe: Zwar gibt es einen interessierten Investor für einen Frischemarkt mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche. Das Einzelhandelsgutachten für diesen Bereich geht allerdings davon aus, dass sich am Ostpreußenplatz eher ein Laden mit 900 Quadratmetern wirtschaftlich rechnet. Diese Fläche plus kleinere Geschäfte sei auf dem Grundstück umsetzungsfähig, sagte Gutachterin Katharina Staiger von der GMA Gesellschaft für Marktforschung. Die Befürchtung: Für einen größeren Markt würden die 3200 Stifter Einwohner nicht genügend Umsatz generieren.

 Die Arbeitsgruppe (AG), die sich in der Planungswerkstatt mit der Ladenzeile befasste, sprach sich dafür aus, die Nachnutzung unabhängig vom Zeitplan für das Gesamtkonzept zu entwickeln. Bürgermeister Carlo Ehrich unterstützt das. „Wir werden versuchen, den Einzelhandel vorzuziehen“, kündigte er an. Sortimente und Baukörper sollen in einem städtebaulichen Vertrag definiert werden. Laut Ehrich werden derzeit keine Tiefgarage und keine Zweigeschossigkeit (nur in Teilbereichen) geplant. Ziel ist ein Beschluss in der Gemeindevertretung am 9. Dezember. Läuft alles nach Wunsch, könnte ein Nahversorger im Dezember 2016 eröffnen.

 Unterschiedliche Stimmen gab es in der AG, ob – wie von BIG-Projektleiterin Christine Ellen vorgeschlagen – auf der gegenüberliegenden Seite der früheren Ladenzeile Pavillons für weitere Läden entstehen sollten. Einige wollten das Grün erhalten, andere stellten sich hier Rasengittersteine für den Wochenmarkt vor. Eine Grundsatzentscheidung fiel in der Bürger-Runde nicht. Ellen riet generell von einer großflächigen Geschäftsansiedlung ab. Stift brauche ein „besonderes Einkaufserlebnis“.

 Konträr auch die Diskussion in der AG für das Areal des Herrenhauses. „Groß und toll“ bauen im rückwärtigen Park oder gar nicht? Auch die Frage des Denkmalschutzes (gültig für die ganze Fläche oder nur für den Bereich Herrenhaus?) scheint noch ungeklärt. Wenn bebaut wird, so der Tenor aus der Arbeitsgruppe, sollten es kleinere bis mittlere Einheiten mit seniorengerechten Wohnungen sein. Die BIG regte Reihenhäuser für Mehrgenerationenwohnen an. Positiv beurteilte die AG eine Nutzung des Herrenhauses mit Café, Tagespflegeeinrichtung und festen Mietern.

 AG Nummer drei befasste sich mit dem Eingangsbereich von Stift. Auf Konsens stieß ein Kreisverkehr am Knotenpunkt Dänischenhagener Straße/Ostpreußenplatz. Einig waren sich die Teilnehmer auch über eine Verkehrsberuhigung der Dänischenhagener Straße. Angedacht ist in diesem Zusammenhang eine Einbahnstraßenregelung Richtung Kiel. Ferner wurde eine Fußweg-Verbindung zwischen Aldi und dem neuen Nahversorger gewünscht. Verkehrsgutachter Michael Hinz vom Wasser- und Verkehrskontor plädierte darüber hinaus für die Gestaltung des Ostpreußenplatzes als Mischverkehrsfläche ohne Bordstein.

 Das gesamte Entwicklungskonzept für den Ortsteil Stift inklusive Maßnahmen-Plan soll noch einmal in einer Info-Veranstaltungen den Bürgern vorgestellt werden. „Dabei sind weitere Anregungen möglich“, betonte Carolin Wandzik von der BIG. Anfang 2016 soll die Gemeindevertretung das Ortsentwicklungs-Paket beschließen. Erwartungen an eine kurzfristige Umsetzung dämpfte Wandzik. „In zwei Jahren ist Stift noch nicht umgebaut. Das Programm läuft über zehn Jahre.“ Klar aber ist: Die Ladenzeile genießt oberste Priorität.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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