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Grandiose Darsteller

Theotergrupp feierte Premiere Grandiose Darsteller

Sie überfielen kleinere Banken auf dem Lande und verübten dabei 14 Morde. Mit den brutalen Originalen Bonnie und Clyde haben Chantal und Manni eigentlich so gar nichts gemein. Die Plattdüütsch Theotergrupp Eckernför servierte den Besuchern vielmehr eine überaus amüsante und brillant inszenierte Komödie.

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Chantal (Dörte Hussong) ist nur die scheinbar Unterlegene. Manni (Holger Holling) ist nach den gescheiterten Überfällen vielfach der Verzweiflung nah. Im wirklichen Leben sind die beiden Darsteller übrigens als Bankangestellte tätig.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Auch Chantal und Manni wollen ans große Geld und sich deshalb als Bankräuber versuchen. Die Besucher in der vollbesetzten Stadthalle genossen wurde am Mittwochabend die Komödie auf Platt.

 Twee as Bonnie un Clyde lautet der Titel des Stücks von Tom Müller und Sabine Misiorny, das Renate Wedemeyer ins Niederdeutsche übersetzt hat und das nun unter der Regie von Stephan Greve Premiere in Eckernförde feiern konnte. Am Ende gab es tosenden Applaus für eine Vorstellung, die vom Wortwitz der beiden grandios agierenden Darsteller (Dörte Hussong und Holger Holling) geprägt war.

 Keine Frage: Manni und Chantal verfügen über ein großes Maß an krimineller Energie. Die kriminelle Intelligenz ist hingegen deutlich geringer. Doch sie haben ein Ziel. Sie wollen richtig Kohle machen, um in Las Vegas heiraten und die Flitterwochen auf Hawaii verbringen zu können. In einem verlassenen Schuhlager proben sie den Ablauf des geplanten Überfalls. Allein das ist urkomisch. Chantal ist nicht die Hellste. Links von rechts zu unterscheiden, fällt ihr schwer. Und die Anweisungen von Manni müssen wörtlich korrekt sein. Geschieht das nicht, gibt’s weitere Probleme.

 So verwundert es nicht, dass der erste Überfall-Versuch kläglich scheitert: Anstelle der Tüte mit Bargeld hat Chantal versehentlich die Tüte mit den Einkäufen einer Bank-Kundin an sich genommen, was Manni so richtig auf die Palme bringt. Deshalb wird weiter geprobt. Sehr zur Freude des Publikums, das über die einfach gestrickte Chantal von Herzen lachen kann. Dörte Hussong verkörpert den weiblichen Part des Zwei-Personen-Stücks mit großer Hingabe, großartiger Mimik und beeindruckender Ausstrahlung. Holger Holling, der auf der Bühne den vermeintlich Klügeren darstellt, steht dem von Anfang bis Ende in nichts nach. Verzweifelt und mitunter resigniert stellt er sich den spitzfindigen Argumenten seiner Partnerin, sodass es immer wieder zu wahnwitzigen Dialogen und einer Situationskomik kommt, der man sich nur schwer entziehen kann.

 Regisseur Stephan Greve hat bei der Besetzung des Stückes ein wahrlich glückliches Händchen bewiesen. Margrit Thomsen (Toseggersch und Inspizientin) sowie Lasse Thomsen (Bühnenbild und Technik) sollten bei diesem Erfolg nicht unerwähnt bleiben.

 „Twee as Bonnie un Clyde“ wird am Freitag, 13. November, ab 20 Uhr und am Sonntag, 16. November, 18 Uhr, zwei weitere Male aufgeführt (Restkarten an der Abendkasse). Zudem sind Vorstellungen für den 8. Januar (20 Uhr), 9. Januar (15 und 19 Uhr) sowie am 10. Januar (16 Uhr) vorgesehen. Hierfür gibt es Karten im Ticket-Center in der Kieler Straße 55.

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Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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Foto: Rieke (Sandra Mohr) und Fiete (Axel Neugebauer, Mitte) streiten – und die ganze Familie ergreift Partei (von links): Elisabeth Stahmer, Heino Henning, Conny Neugebauer, Melanie Schubert, Ulrich Börth, Beate Lorenzen und Bernd Stahmer.

So richtig rund läuft es in der Ehe von Rieke und Fiete Lürs nicht: Er kümmert sich nur noch um seine Traktoren und sie meckert den ganzen Tag. Sicher ist, Dat verflixte 7. Johr ist für die Eheleute kein leichtes – für Zuschauer dafür aber sehr komisch anzuschauen. Der Kartenvorverkauf startet ab dem 4. Januar.

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