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Neue Heimat im Lachsenbach

Projekt an der Richard-Vosgerau-Schule Neue Heimat im Lachsenbach

Nachhaltigkeit steht im Fokus: Richard-Vosgerau-Schüler begleiten seit Monaten im Rahmen eines Projektes die Aufzucht von Meerforellen. Am Freitag durften die Viertklässler die Jungfische nun im Lachsenbach in die Freiheit entlassen.

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Nele und Samira (beide 9) von der Richard-Vosgerau-Schule wassern die kleinen Forellen unter Beobachtung ihrer Mitschüler vorsichtig in den Lachsenbach.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Nele (9) der Klasse 4a der Richard-Vorsgerau-Schule in Eckernförde hat ihr Lupenglas in der Hand und schaut sich die kleinen Fische an. Babys vom Ostseeschnäpel hat sie im Glas. Unvorstellbar, dass diese Winzlinge einmal bis zu 1,20 Meter groß werden könnten. Das werden wohl auch die wenigsten dieser Tierchen schaffen, die Überlebensrate liegt im Promillebereich. Das gilt auch für die Meerforellen, die an diesem Freitag von den Schülern der vierten Klassen in den Lachsenbach ausgesetzt werden sollen.

In der Schrebergartenkolonie am Feldweg haben sich etwa 20 Schüler unter Aufsicht von ihrer Lehrerin Hildegard Schenck und unter Mitwirkung des Umweltbeauftragten der Stadt, Michael Packschies, getroffen, um gemeinsam mit dem Fischwirtschaftsmeister Albrecht Hahn ein bereits im November 2015 begonnenes Projekt zu Ende zu bringen. Da hatten die Schüler im Rahmen ihres Heimat-, Welt- und Sachunterrichts die Meerforellen-Brutanlage in Alt Mühlendorf bei Warder besucht und sich über die Aufzucht informiert. Im Februar brachte Hahn die herangereiften Eier mit in den Unterricht, wo sie die Schüler studieren konnten: beispielsweise den Dottersack, in dem die kleine Meerforelle ihre Nährstoffe für die ersten Wochen mit sich führt.

Doch nun, in der Natur am Lachsenbach, wird es für die kleinen Fischlein ernst. In großen Plastiktüten werden sie von Hahn antransportiert. Mehrere Stellen am Bach sucht er aus, um mit den Schülern die Fische in die Natur zu entlassen. Wohl dem, der an diesem Tag Gummistiefel angezogen hat, das Gebiet am Lachsenbach ist feucht und moorig. An der ersten Stelle macht der Fischwirtschaftsmeister vor, wie es geht: Tüte vorsichtig öffnen, kippen und ganz langsam die Fische heraus spülen, damit sie sich im Lachsenbach verteilen können. An der nächsten Stelle machen es Nele und Samira genauso nach. Die beiden Neunjährigen werden dabei von ihren Mitschülern kritisch, zugleich aber auch begeistert, beobachtet. „Schaut, da tummeln sie sich“, sagt eine der Schülerinnen, die an diesem Vormittag deutlich in der Überzahl sind. Die Wasserqualität stimme perfekt, so Hahn. 7,1 Grad warm, Sauerstoffgehalt 12,3 ppm. „Das ist eine englische Abkürzung und bedeutet Milligramm pro Liter“, erklärt der Fachmann. Und es entspreche einer 100-prozentigen Sättigung. Besser geht es nicht, die kleinen Meerforellen genießen ihre neue Heimat und hoffen, nicht selbst als Nahrung auf dem Weg zum Großwerden auf der Strecke zu bleiben.

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