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Propst spricht über Glaubenswurzeln

Kirchenkreis-Jahresempfang Propst spricht über Glaubenswurzeln

Wie reagiert Kirche in Zeiten der Flüchtlingskrise? Für Propst Sönke Funck war diese Frage auf dem Jahresempfang des fusionierten Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde in Eckernförde Anlass für eine Grundsatz-Rede. Er gab seine Antworten darauf, warum es sich lohnt, in der Kirche zu sein.

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Propst Sönke Funck begrüßt unter den Empfangsgästen auch Klaus und Maria Reichenberger vom Förderverein St. Nicolai. Links neben ihm: Propst Matthias Krüger und Eva-Maria Krüger. Rechts: Susanne Klinkhardt-Funck und Synodenpräses Pierre Gilgenast.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde.  Funck wies auf die Diskrepanz hin, wenn Pegida-Anhänger sich als Retter des christlichen Abendlandes sähen, gleichzeitig aber der christliche Glaube immer weniger gelebt werde. „Gibt es eigentlich noch einen Minimal-Konsens in unserer Gesellschaft, was unsere Werte sind?“, hinterfragte Funck. Allein 2014 traten fast 37000 Mitglieder aus der evangelischen Kirche in Norddeutschland aus. Eine Welt, in der fast 50 Millionen Menschen auf der Flucht sind, in der es Terror, Krieg und Rüstungsgeschäfte gibt – warum sollte man da in der Kirche sein?

 Funck bezeichnete in diesem Zusammenhang die Flüchtlingskrise als eine „Nagelprobe“. Die Fürsorge für Fremde und Flüchtlinge sei Kernbestand christlicher Identität, betonte er. Unterdessen führten irrationale Ängste zu immer schrilleren Diskussionen um einen befürchteten Verlust der auf christlich-jüdischer Tradition gegründeten Werteordnung. Doch gerade dabei, so der Propst, komme nach seinem Empfinden genau diese Werteordnung unter die Räder. Er zitierte den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert, der kürzlich feststellte: Eine zunehmend multikulturelle Gesellschaft brauche die westliche Werteordnung, deren harter Kern die Verbindung aus Vernunft und Glaube sei.

 Der wachsenden Entfernung der Gesellschaft zur Kirche hielt Funck seine Thesen entgegen, warum es sich lohne, in der Kirche zu sein. Dabei ging es nicht um eine ökonomische Betrachtung. Wert sein, sagte er, heiße Früchte tragen, sich entfalten und entwickeln. Kirche bewahre, vermittele und deute die christliche Botschaft, eröffne in ihren Gebäuden Raum für Religion, biete individuelle Lebensbegleitung an und stifte Gemeinschaft. Funck appellierte, sich engagiert und kritisch der eigenen Glaubenswurzeln bewusst zu sein. Der Trost im Glauben angesichts der vielfältigen Probleme in der Welt sei „unverdienbar“ aber auch „unverlierbar“.

 Die Frage nach Freiheit und Verantwortung stellte auch Propst Matthias Krüger (Rendsburg) in seinem Impuls-Beitrag. Deutschland sei der viertgrößte Waffenexporteur der Welt. „Aber wie steht es um unseren Export von Friedenstechnologie?“, gab er zu bedenken. Synodenpräses Pierre Gilgenast (Rendsburg) freute sich in seiner Begrüßung über eine Welle der Hilfsbereitschaft in der Flüchtlingskrise. Kreisweit engagierten sich rund 500 Ehrenamtliche. Das sei ein Zeichen gelebter Nächstenliebe, sagte Gilgenast. Die Kooperation der 37 Kirchengemeinden im Kreis nannte er „lebendig und erfolgreich“.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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