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Die Verunsicherung bleibt bestehen

Altenholz Die Verunsicherung bleibt bestehen

Ratlosigkeit, Enttäuschung und nur ein Thema: der Prozess um das Feuer in der ehemaligen Ladenzeile Altenholz-Stift. Weniger stößt der Freispruch des 23-Jährigen, der so schnell als Brandstifter verdächtig war, auf.

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Wo die Ladenzeile stand, ist immer noch Brachland. Am 6. Oktober ist das Gespräch in der Landesplanung angesetzt, das die Gemeinde den entscheidenden Schritt weiterbringen soll. Ziel ist ein Neubau mit Supermarkt in Altenholz-Stift und die gleichzeitige Supermarkterweiterung im Erdbeerfeld..

Quelle: Cornelia Müller

Altenholz. „Uns erscheint das ganze Verfahren ungereimt“, bekannten viele Stifter am Mittwoch.

 Volker Kalinka, der sein Blumengeschäft seit dem Großfeuer in einem Container vorm Seniorenzentrum betreibt, hat die Zeitung auf dem Kassentresen liegen. „Das habe ich jetzt genau studiert“, sagt er. „Gehört hatte ich die Nachricht schon gestern. Man konnte den Freispruch ja erahnen. Aber dass die Richterin so ausholt gegen die Ermittler? Was war bloß los hinter den Kulissen?“

 Die Friseure Annett und Sascha Berg, die ihren Salon provisorisch im Apothekenhaus betreiben, hat der gesamte Prozess „stark irritiert“. „Der wahre Täter läuft ja in jedem Fall noch frei herum, was einem schon noch Angst macht“, unterstreichen sie. „Das beunruhigt mich auch“, pflichtete eine Stifterin bei, die ihren Namen nicht nennen möchte. „Andererseits bin ich froh über den Ausgang. Es wäre schlimm, wenn jemand verurteilt würde, nur weil die Ermittler schlampen. Ich hoffe, dass man den echten Brandstifter bald aus dem Verkehr zieht.“

 Im Zeitschriftenladen von Anke und Jens Petersen, deren Kunden ihnen ebenfalls im Container die Treue halten, ist der Freispruch ebenfalls Thema. „Wir achten Recht und Gesetz. Aber wir haben den Eindruck, dass die Richterin nicht Recht hat. Wie gut, dass die Staatsanwaltschaft Revision einlegt. Da waren zu viele Merkwürdigkeiten.“ Allerdings beschäftigt Petersen wie Kalinka etwas anderes mehr. Sie warten dringend auf eine positive Entscheidung der Gemeinde für einen Neubau mit Supermarkt. Sie möchten „endlich ein Geschäft eröffnen, das Zukunft hat“.

 Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) kann die Ungeduld zwar verstehen. „Aber es geht doch jetzt voran“, betont er. „Montagmorgen haben wir den notwendigen Gutachten-Entwurf bekommen, der Hoffnung macht. Wir veröffentlichen das am Freitag im Gemeindeblatt.“ Ihn hat das Urteil auch berührt. „Wenn ich dem Prozess etwas Positives abgewinnen kann, dann die Tatsache, dass offenkundige Mängel bei Ermittlungen aufgedeckt wurden und keiner verurteilt wurde, dessen Schuld nicht erwiesen ist.“

 Der Verdacht, dass ein Ex-Feuerwehrmann aus ihren Reihen der Täter sein könnte, ist aber nicht ausgeräumt. „Die Kripo ermittelt“, bestätigt Gemeindewehrführer Uwe Claußen. Und vor wenigen Wochen war mutmaßlich erneut einer am Werk, der zündelte: In Klausdorf brannte an einem Sonntag eine abgestellte Baumaschine.

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