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Stadthalle wird ab 2017 saniert

Ratsversammlung Stadthalle wird ab 2017 saniert

Es war die buchstäblich schwere Geburt. Nach langer Debatte und namentlicher Abstimmung beschloss die Eckernförder Ratsversammlung am Donnerstagabend mit 14 zu neun Stimmen, die Sanierung der Stadthalle nicht zu verschieben, sondern schon im kommenden Jahr zu beginnen. Für 3,5 Millionen Euro wird nicht nur die Außenhülle verbessert, sondern auch die Hallentechnik modernisiert.

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Flexibel nutzbar: Durch Umbauten lässt sich die Bestuhlung der Stadthalle sowohl für Konzerte als auch für Bälle einrichten. Nicht nur die Außenhülle des Gebäudes soll verbessert werden, sondern auch die Hallentechnik.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Bürger-Forum, Grüne und FDP wollten dagegen eine Denkpause und das Projekt noch einmal um zwei Jahre verschieben. Matthias Huber (Bürger-Forum) warnte davor, 3,5 Millionen Euro in ein „schlechtes Provisorium“ zu stecken. Die Eckernförde Touristik & Marketing GmbH (ETMG) und die Stadtbücherei, die mit in der Stadthalle untergebracht sind, hätten nach seiner Ansicht dann die gleichen Platzprobleme. Huber präsentierte erst kurz vor der Sitzung eigene Zahlen, nach denen der Neubau einer Stadthalle 6,8 statt den von der Verwaltung angegebenen 14,5 Millionen Euro kosten würde.

 Bürgermeister Jörg Sibbel wies diese Berechnung als „unzutreffend“ zurück. Hier seien Bruttogeschoss- und Nutzfläche verwechselt sowie weitere Faktoren außer Acht gelassen worden. ETMG-Geschäftsführer Stefan Borgmann erklärte auf Nachfrage, dass die Touristik nach den geplanten Umbauten in der Stadthalle (KN berichteten) gut arbeiten könne. Anke Göttsch (SPD) unterstrich, dass bei einer Verschiebung der Sanierung die Gefahr bestehe, die Halle nach zwei Jahren schließen zu müssen. „Dann gibt es keine Konzerte, kein Theater, kein Green Screen.“ Für die CDU betonte Katharina Heldt: „Die Stadthalle erfüllt die Funktion, die wir brauchen.“

 Weitere Änderungsanträge von Susanne Molt (FDP) zur Prioritätenliste für künftige Investitionen der Stadt fanden keine Mehrheit. Molt wollte die Gelder für das Klimaschutzkonzept zurückstellen, sah keine akute Notwendigkeit für den Umzug der Gorch-Fock-Schule (3,4 Millionen Euro), wollte die Sanierung Skateranlage streichen sowie eine Sportplatz-Flutlichtanlage. Die gesamte Prioritätenliste, die zuvor von einem interfraktionellen Arbeitskreis in nicht-öffentlichen Sitzungen erarbeitet worden war, beschloss der Rat mehrheitlich mit Stimmen von CDU, SPD, Linken und Reiner Bosse (SSW). Molt (FDP) und Rieke Boomgaarden (Bürger-Forum) votierten mit Nein, die übrigen Ratsmitglieder enthielten sich. Jede Fraktion habe für den Kompromiss Kröten schlucken müssen, hieß es. Die Liste soll den Haushalt durch die Konzentration auf die wichtigsten Projekte entlasten.

 Mitaufgenommen in den Beschluss wurde die Anhebung der Steuersätze. Die Hebesätze für die Grundsteuer B sollen auf 390 Prozent und für die Gewerbesteuer auf 370 Prozent steigen. Ebenfalls teurer werden Zweitwohnungssteuer (14 Prozent), Spielgerätesteuer (14 Prozent) und Hundesteuer (plus zehn Euro). Die Stadt erwartet vor dem Hintergrund der Haushaltskonsolidierung Mehreinnahmen von einer Million Euro. „Mit den Hebesätzen liegen wir dann im Mittelfeld vergleichbarer Städte“, sagte Ralph Krüger (CDU). Freiwillige Leistungen für Vereine und Verbände sollen nicht gekürzt werden. Krüger: „Das Fett und Fleisch ist weg, auf den Knochen wollten wir nicht schneiden“.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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