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Grünes Licht zum Verhandeln

Hotelprojekt auf dem Exer Grünes Licht zum Verhandeln

Die Ratsversammlung Eckernförde hat am Donnerstagabend einhellig einen Grundsatzbeschluss gefasst, dass der städtische Parkplatz Am Exer weiterhin als möglicher Hotelstandort vermarktet werden soll. Das Projekt auf dem Exer bleibt aber umstritten.

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Quelle: hfr

Eckernförde. Keine Einigung gab es darüber, ob sich die Stadt in diesem Zusammenhang mit Investitionen in die touristische Infrastruktur (beispielsweise Seebrücke und Ausbau Wellenbad) an dem Projekt beteiligt. Dieser zweite Beschlussteil wurde nur mit Stimmen von CDU und SPD gegen Bürger-Forum, SSW, Grüne, Linke und FDP (14:11 Stimmen) verabschiedet.

 Konkret ist damit noch nichts in Form gegossen. Der Beschluss ist eine Absichtserklärung weiterzuverhandeln und ein Signal, dass sich die Stadt „bei Bedarf und vorbehaltlich der Zustimmung der politischen Gremien“ an einer Aufwertung des Umfeldes beteiligen würde. Abschließend fordert die Ratsversammlung, dass der Investor dafür sorgen muss, dass öffentliche Parkplätze in bisheriger Zahl weiter vorgehalten werden. Wie und wo sich das realisieren lässt, ist allerdings noch unklar.

 Nachdem sich die Stadt seit 2008 vergeblich bemühte, einen Interessenten für ein Hotel auf dem Exer zu finden, hat jetzt ein konkreter Investor angeklopft. Eine Studie geht von einem Baukörper für 100 (Vier-Sterne-Standard) bis 165 Zimmer (drei Sterne) aus. An den Hotel-Bau werden Erwartungen geknüpft. Der Investor wünscht sich nach Angaben der CDU-Fraktionsvorsitzenden Katharina Heldt den Bau einer Seebrücke, die Modernisierung des Wellenbades und eine Anbindung an das Hotel („Bademantel-Gang“).

 Wie andere in der Ratsversammlung sah auch sie „das Ostseebad an sich“ als wichtigstes Standortkriterium für ein Hotel an. Doch sei, so Heldt, ohnehin eine Modernisierung und ein Ausbau des Wellenbades anzustreben. Nachgedacht wird derzeit etwa über ein zweites Becken für Schul- und Vereinsschwimmen. Das erforderliche Geld soll über den Verkauf des Grundstücks für das Hotel fließen. Die Stadtwerke wären mit einem solchen Um- und Ausbau des Wellenbades finanziell überfordert.

 Bei dem Investor handelt es sich laut Heldt um einen Schleswig-Holsteiner aus einer Hotelier-Familie, die mehrere Häuser im Land betreibt. Der Name wurde nicht genannt. Der aktuelle Beschluss könne, aber müsse nicht zu einem Hotel führen, schränkte die CDU-Politikerin ein. „Wir gucken am Ende, ob es passt.“ SPD-Fraktionschef Martin Klimach-Dreger rief dazu auf, „mit Augenmaß vorzugehen“. Er warnte davor, sich vorab festzulegen, und warb gleichzeitig dafür, sich Verhandlungen nicht zu verbauen. „Es gilt auszuloten, was geht und was nicht.“

 Scharfe Kritik an möglichen Vorleistungen durch die Stadt kam von den kleineren Parteien. Rainer Beuthel (Linke) sah die Gefahr einer Scheindebatte. Die Tourismus-Entwicklung dürfe nicht am Hotel-Projekt Exer festgemacht werden, forderte er. Der Preis für die Stadt wäre zu hoch. Thorsten Peuster (Bürger-Forum) wollte sich von einem Investor „nicht die Pistole auf die Brust setzen lassen“. Und Susanne Molt (FDP) appellierte, keine überstürzten Entscheidungen zu treffen. Sie forderte, Prioritäten für die Stadtentwicklung zu definieren. SSW-Vertreterin Sylvia Grabowski-Fillmer fand, dass sich der Verkaufserlös aus dem Grundstück auch anders als im Tourismus einsetzen ließe. Und Edgar Meyn (Grüne) wünschte sich ein Alleinstellungsmerkmal für Eckernförde statt Seebrücke.„Der Gast darf sich nicht fragen, bin ich hier in Eckernförde oder in Grömitz?“

 Ralph Krüger (CDU) war „schockiert“: „Seit Jahren suchen wir einen Hotel-Interessenten, und sie wollen ihn vom Tisch wischen“.crd

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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