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Jetzt sind gute Ideen gefragt

Eckernförde: Nooröffnung Jetzt sind gute Ideen gefragt

Das Stadtentwicklungsprojekt Nooröffnung/Innenhafen hat eine entscheidende Hürde genommen. Die Eckernförder Ratsversammlung verabschiedete die Vorgaben für das Vermarktungsverfahren mit Gestaltungswettbewerb und Nutzungskonzept. Jetzt können sich Investoren und Planer melden und ihre Ideen einreichen.

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Immer großes Bürgerinteresse: Am Modell informierten sich zahlreiche Eckernförder über das geplante neue Quartier „Nooröffnung“.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Eckernförde. Das Stadtentwicklungsprojekt Nooröffnung/Innenhafen hat eine entscheidende Hürde genommen. Die Eckernförder Ratsversammlung verabschiedete Donnerstagabend mit großer Mehrheit die Vorgaben für das Vermarktungsverfahren mit Gestaltungswettbewerb und Nutzungskonzept. Jetzt können sich Investoren und Planer melden und ihre Ideen einreichen. Als einzige Fraktion trug das Bürger-Forum den Beschluss nicht mit und stand unversehens selbst im Kreuzfeuer der Kritik.

 Doch zunächst beherrschte Aufbruchstimmung den Ratssaal. „Nachdem fast 20 Jahre über die Nooröffnung diskutiert wurde, ist ein vorläufiger Schlusspunkt gesetzt, bevor die weitere Arbeit beginnt“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Klimach-Dreger. „Wir haben es gemeinsam geschafft.“ Seine Kollegin von der CDU, Katharina Heldt, unterstrich, dass nach disziplinierter Arbeit ein „anständiges Ergebnis“ erreicht worden sei. Nicht alle Wünsche seien auf der kleinen Fläche mit 80 bis 100 Wohneinheiten realisierbar. Aber 25 Prozent sozialer Wohnungsbau würden eine soziale Durchmischung des Neubaugebiets ermöglichen. „Die Messlatte für Investoren hängt hoch, aber es handelt sich um ein reizvoll gelegenes Filetstück von Eckernförde“, so Heldt.

 Edgar Meyn (Grüne) erklärte, dass neben den Menschen auch die Natur Gewinner der Planung sei, die die Schaffung einer Wasserfläche als optische Verbindung zwischen Noor und Ostsee mit beinhaltet. Rainer Beuthel (Linke) forderte, dass mindestens die Hälfte der sozial geförderten Mietwohnungen in ihrer Größe so gestaltet ist, dass sie der Mietobergrenze für Hartz-IV-Empfänger entsprechen. Sein Antrag wurde einstimmig angenommen. „Das betrifft nur acht bis zwölf Wohnungen, damit können wir uns anfreunden“, lenkte Michael Kornath (CDU) ein.

 Oliver Fink (FDP) nannte die Nooröffnungs-Vorlage einen Kompromiss, der aber zu einer deutlichen Verbesserung des Stadtbildes und der Aufenthaltsqualität führe. Schiffbruch erlitt der Liberale hingegen mit seinen Anträgen, die Wärmeversorgung des Quartiers auf ein Blockheizkraftwerk der Stadtwerke festzulegen, neben den Mietwohnungen auch Eigentumsnutzung im „ausgewogenen Verhältnis“ zu ermöglichen sowie an der Gaehtjestraße auch Flachdächer zuzulassen. Klimach-Dreger erklärte, dass die SPD an der Nooröffnung gerade den Mietwohnungsbau für richtig halte.

 Den Unmut anderer Fraktionen zog sich Bürger-Forums-Ratsherr Herbert Kreis zu. Er hatte trotz mehrerer öffentlicher Veranstaltungen und Sitzungen „mangelnde Öffentlichkeitsarbeit“ zum Stadtentwicklungsprojekt beklagt und kritisiert, dass die Nooröffnung am Ende „mit Gewalt durchgeprügelt“ worden sei. Ferner sei die Bebauungs-Höhe an der Gaehtjestraße „leichtfertig“ von sechs auf bis zu sieben Meter angehoben worden. Heldt zeigte sich entsetzt über „die Polemik“. Sie rief das Bürger-Forum auf, nicht in Fundamental-Opposition zu gehen, sondern sich konstruktiv einzubringen. Alle Informationen seien öffentlich gewesen. „Es ist unverschämt, was sie uns hier vorwerfen“, zürnte die CDU-Chefin. So sei eine Zusammenarbeit nicht weiter vorstellbar. Fink appellierte an das Bürger-Forum, doch einen Antrag zu stellen, wenn Änderungsbedarf gesehen werde. „Sagen Sie, wie Sie’s besser machen wollen.“ Klimach-Dreger verwies auf die halbjährige Vorlaufzeit des Verfahrens. „Die kann man durchaus intellektuell bewältigen.“

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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