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Reiche Beute unter Bäumen

Pilzexkursion Felm Reiche Beute unter Bäumen

Bislang war das Jahr eher mau. Seit den Regentagen in der vergangenen Woche schießen die Pilze aber doch noch aus dem Boden. 19 Teilnehmer einer Exkursion der Pilzfreunde Kiel in den Stodthagener Wald in Felm am Wochenende können das bestätigen.

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5000 Pilzarten wachsen in Schleswig-Holstein, doch nur gut fünf Prozent von ihnen sind essbar. Katrin Romahn hat Glück und zeigt einen Steinpilz.

Quelle: Rainer Krüger

Felm. Sobald die Bäume am Rand erreicht sind, können sich die beiden Experten der Pilzfreunde, Maren Kamke aus Felm und Derck Duit aus Kiel, vor Anfragen kaum noch retten. Funde werden gezeigt. Darunter ein Grauer Milchling und ein Kartoffelbovist. Vom Verzehr der beiden rät Duit ab. Denn der Milchling schmeckt zu scharf, und der Kartoffelbovist ist giftig. Auch der anscheinend häufigste Pilz im Wald, der Grünblättrige Schwefelkopf, ist wegen seiner Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt absolut nicht für den Verzehr geeignet.

„In Schleswig-Holstein wachsen gut 5000 Pilzarten, aber nur etwa fünf Prozent sind essbar“, verrät Duit. Deshalb kommt es für Sammler darauf an, dass sie wissen, was sie sich in den Korb legen. Katrin Romahn aus Felm kann da etwas Begehrtes beisteuern. Sie hat den ersten Steinpilz gefunden. Den an diesem Tag seltenen Fund gibt die Biologin an andere Teilnehmer weiter. „Ich bin hier, weil mich der Lebensraum Wald interessiert, und ich wissen möchte, welche Arten hier wachsen“, erklärt sie.

Eingestandenes kulinarisches Interesse an Pilzen haben hingegen die Freundinnen Geli Mogge und Mania Sattler aus Kiel, „Die ganzen Namen und die Vielfalt sind verwirrend. Mir ist wichtig, dass ich nach dem heutigen Tag für mich neue essbare Arten sicher bestimmen kann“, erklärt Mogge. Nach dem Ausflug in den Wald hat sie zwei Pilze mehr auf dem Speiseplan. Den Gemeinen Rotfußröhrling und Flockenstieligen Hexenröhrling. Doch dazu hat Experte Duit noch einen Tipp. „Beim Rotfußröhrling sollte auf den Hut gedrückt werden. Wenn dann keine Delle bleibt, ist er zumeist genießbar“, empfiehlt er. Seine generelle Bitte an alle Sammler im Interesse des Bestandes lautet: „Pilze immer vorsichtig heraus drehen, nicht mit dem Messer abschneiden. Denn durch Schnitte wird das unterirdische Pilzgeflecht verletzt.“ Das Geflecht ist für die Pflanze das Wesentliche, über der Erde schießen lediglich die Fruchtkörper aus dem Boden. Für Mogge bleibt nach der Exkursion nur noch eine Frage zu klären: „Ich bin gespannt, wie die Pilze schmecken.“

Duit erklärt außerdem noch, wie sich unsichere Sammler verhalten sollten. Auf der Homepage der Pilzfreunde stehen Telefonnummern von Speisepilzberatern, die kontaktiert werden können. „Die Pilze müssen dann allerdings auch vorgezeigt werden, denn anhand von Handyfotos lässt sich gerade in Zweifelsfällen keine Bestimmung durchführen“, stellt Duit klar.

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