3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Zweites Fahrzeug für mehr Sicherheit

Rettungswache Gettorf Zweites Fahrzeug für mehr Sicherheit

Die Rettungswache Gettorf bekommt am 1. Januar ein zweites Einsatzfahrzeug. Der Grund: Die Zahl der Einsätze ist stark steigend. 2012 rückte das Team zu 1492 Einsätzen aus, 2015 waren es 1901 – ein Plus von rund 32 Prozent.

Voriger Artikel
Hühnerfarm bei Schwedeneck abgebrannt
Nächster Artikel
Gerald Grote übergibt die Leitung an Dirk Steffens

Wehrführer Frank-Andreas Greggersen (li.) und RKiSH-Sprecher Christian Mandel freuen sich auf das zweite Fahrzeug.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Ob ein Herzinfarkt in Neuwittenbek, ein Sturz von der Leiter in Surendorf, ein Verkehrsunfall auf der B76 oder, wie im Februar, ein Reizgas-Alarm in der Isarnwohld-Schule in Gettorf: Die Rettungswache ist rund um die Uhr besetzt und sorgt mit ihren aktuell zwölf Rettungsassistenten und Notfallsanitätern dafür, dass kranke und verletzte Menschen kompetente und schnelle Hilfe bekommen. Wie schnell, das ist gesetzlich vorgeschrieben. „In der Regel dürfen maximal zwölf Minuten vergehen, bis ein Rettungswagen oder ein Notarzteinsatzfahrzeug am Einsatzort ist“, sagt RKiSH-Pressesprecher Christian Mandel. Das Kürzel steht für Rettungsdienst-Kooperation Schleswig-Holstein GmbH. Dahinter steckt der größte kommunale Rettungsdienst Deutschlands. Gegründet wurde er 2005 von den Kreisen Dithmarschen, Pinneberg, Rendsburg-Eckernförde und Steinburg. Das Versorgungsgebiet hat 850000 Einwohnern und deckt nach Auskunft Mandels ein Drittel der Landesfläche ab. Insgesamt werden acht Notarztstandorte und 31 Rettungswachen unterhalten, eine davon in Gettorf. Der Einzugsbereich des 1989 noch vom Kreis eingerichteten Stützpunktes erstreckt sich über das Amt Dänischer Wohld, die Gemeinde Holtsee sowie Noer im Nordwesten und Noer im Nordosten. Die südliche Grenze ist der Kanal.

 Die stark steigende Zahl der Einsätze führt Christian Mandel vor allem auf die demografische Entwicklung zurück. „Die Menschen werden immer älter, und damit nehmen auch die Krankheiten zu“, sagt der auch als Notfallsanitäter ausgebildete RKiSH-Sprecher. Hinzu komme, dass gerade in dünner besiedelten Regionen die Krankenhäuser nicht alle medizinischen Bereiche abdecken und dadurch längere Transportwege anfallen. Eine weitere Auffälligkeit: Die Hemmschwelle, den Rettungsdienst anzurufen, ist nach Auskunft Mandels deutlich gesunken. „Dass wir wegen eines eingewachsenen Fingernagels oder anderer Bagatelle gerufen werden, ist keine Seltenheit“, berichtet er.

 In der Gettorfer Wache arbeiten sowohl Rettungsassistenten – dieses Berufsbild gibt es seit 1989 – als auch Notfallsanitäter (seit 2014). Im vergangenen Jahr gab es auf die 44 Ausbildungsplätze bei der RKiSH 750 Bewerber, obwohl die Anforderungen nicht leichter werden. Christian Mandel verweist auf hohe psychische Belastungen. „Die Mitarbeiter der Rettungsdienste werden zunehmend beleidigt, bespuckt und bedroht“, so der RKiSH-Sprecher. Die beiden Notfallsanitäter Sarah Strube (27) und Ulf Petry (50), die mit der rollenden Intensivstation gerade zu einem Einsatz ausrücken müssen, nicken zustimmend. „Das kommt leider immer wieder vor“, sagt Petry.

 Aber es gibt auch Erfreuliches zu berichten. „Wir pflegen hier eine sehr gute und freundschaftliche Nachbarschaft“, sagt Gemeindewehrführer Frank-Andreas Greggersen. Seine Wehr verfügt über mehrere First Responder. Das sind Feuerwehrleute mit einer erweiterten Erste-Hilfe-Ausbildung, die lebenswichtige Sofortmaßnahmen einleiten können, bevor der Rettungswagen vor Ort ist. „Die Kombination Feuerwehr und Rettungswache in direkter Nachbarschaft – besser geht’s nicht“, meint Christian Mandel.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3